Zylindergebläse bekommt einen Frühjahrsputz

Technisches Denkmal Seit 1828 in Muldenhütten

Das historische Zylindergebläse existiert bereits seit 1828. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Emsig sind alle Helfer bei der Sache. Am vergangenen Wochenende wurden Areal und Gebäude des historischen Zylindergebläses, welches seit 1828 in Muldenhütten zu finden ist, von all dem Schmutz befreit, der sich in den Wintermonaten angesammelt hatte.

Dazu sind nicht allein die Mitglieder der Fachgruppe Hüttengeschiche der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft und des Freiberger Altertumsvereins vor Ort, sondern auch der Nachwuchs der Knappschaft. Und so kommt es, dass alle Generationen mit Besen, Rechen, Lappen und Eimer im Einsatz sind. "Wir machen das zum insgesamt dritten Mal hintereinander", erzählt Roland Kowar von der Fachgruppe.

Erhaltung des Denkmals

In diesem Jahr allerdings ist etwas ein klein wenig anders, auch wenn man es nicht sehen kann. Denn das Zylindergebläse war bislang im Besitz des Landkreises Mittelsachsen, der überlegte, es zu veräußern. Bei den Mitgliedern der Fachgruppe, die sich nun schon seit 1986 verdienstvoll um den Erhalt des Technischen Denkmales bemühen, schrillte so manche Alarmglocke.

Doch fand sich glücklicherweise Hilfe. Und zwar in der Saxonia Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft, welche von Ronald Kowar und seinen Mitstreitern direkt angesprochen wurde. "Wir haben zunächst überlegt, ob das auch geht", sagt Erich Fritz, Geschäftsführer der Gesellschaft. "Aber schließlich haben Aufsichtsrat und Gesellschafter sich deutlich dafür entschieden."

Vor wenigen Wochen wurde alles unter Dach und Fach gebracht. Dieses Ergebnis hat unterschiedliche positive Auswirkungen. Die wichtigste: Es herrscht die Sicherheit, dass das Denkmal weiter bestehen bleibt und zudem durch die Fachgruppe weiter betreut wird. "Das war eine klare Voraussetzung für die Entscheidung", betont Fritz.

Kooperation von aktuellem Hüttenbetrieb und historischer Pfelge

Ganz ohne weitere Unterstützung geht es allerdings auch nicht. Das Unternehmen Muldenhütten Recycling und Umwelttechnik engagiert sich zusätzlich, indem es unter anderem die Betriebskosten übernimmt. "Das ist eine gelungene Kooperation von aktuellem Hüttenbetrieb und historischer Pflege", freut sich Erich Fritz.

Das Zylindergebläse wurde im Januar 1828 in Betrieb genommen und blieb dies bis 1954. Es versorgte zeitweise vier Rohschlackeöfen, zwei Silberbrennherde und zwei Schmiedefeuer mit Luft.