Vom Badberg-Vierecks-Rennen zum Sachsenring

Historie Von der Entstehung des deutschen Motorrad-Mekkas

Wenngleich die Historie des Sachsenrings hinlänglich bekannt ist, so wachsen immer wieder Generationen nach. Da der "Ring" stark von seiner Vergangenheit lebt, wie zuletzt bei der ADAC Sachsenring Classic gesehen, ist es sicherlich legitim, diese erneut zu beleuchten.

Zudem befinden wir uns im Jahr des 90-jährigen Jubiläums der Kultrennstrecke, denn das erste Rennen hier datiert auf dem Himmelfahrtstag 1927, konkret dem 26. Mai. Vor 130.000 Zuschauern wurde das 1. Badberg-Vierecks-Rennen gestartet, wie es auch 1928 hieß.

Leider ereigneten sich damals 40 teils schwere Unfälle, sodass eine Pause bis 1934 folgte. Nun ging es unter Nazi-Herrschaft, die die Motorradrennen in Hohenstein-Ernstthal genauso für Propagandazwecke missbrauchten wie die Autorennen auf dem Nürburgring oder die Olympiaden 1936 in Garmisch-Partenkirchen beziehungsweise Berlin, erstmals um den Großen Preis von Deutschland für Motorräder.

Seit 1937 heißt die Strecke "Sachsenring"

Der nächste Meilenstein folgte 1936 mit dem Großen Preis von Europa, und ein Jahr später bekam der Sachsenring seinen bis heute wohlklingenden Namen. Ebenfalls 1937 befand sich Start und Ziel ausnahmsweise an der Autobahn und der 8. August wurde ein denkwürdiger Tag, weil der Engländer James Guthrie im dritten und letzten Rennen der 500-ccm-Klasse über 40 Runden in der letzten Runde tödlich verunglückte.

In der Nähe der Unfallstelle erinnert ein Gedenkstein an einen der besten Rennfahrer seiner Zeit. 1939 war der Italiener Dorino Serafini mit 141,40 km/h der bis dahin schnellste Fahrer.