Abstimmung im Bundestag - Ehe für alle wurde beschlossen

Politik Kanzlerin Merkel hat dagegen gestimmt

Foto: Deutscher Bundestag/Thomas Trutschel/photothek.net

Berlin. Heute kam es im Bundestag zu einer historischen Abstimmung. Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare stand auf dem Programm, nachdem Kanzlerin Angela Merkel die völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare in die politische Debatte eingebracht und sich für eine Abstimmung gegen den sogenannten Fraktionszwang ausgesprochen hatte. Gemeinsam mit Grüne und Linke hat sich die SPD daraufhin für eine Abstimmung noch in dieser Woche eingesetzt.

Diese fand nun heute Morgen statt. Nach einer halbstündigen und heftigen Debatte wurde abgestimmt. Mit einer Mehrheit von 393 zu 226 Stimmen und 4 Enthaltungen ist die Ehe für alle beschlossen worden. Damit ist die Jahrzehnte dauernde Debatte letztendlich doch zu einem Ende gekommen.

"Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.", heißt es zukünftig im Bürgerlichen Gesetzbuch. Mit der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare wird es nicht mehr möglich sein, neue Lebenspartnerschaften eintragen zu lassen. Bereits eingetragene Lebenspartnerschaften können entweder bestehen bleiben oder in eine Ehe umgewandelt werden.

Stimmen aus Sachsen:

Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Detlef Müller (SPD) erklärt: "Der Deutsche Bundestag hat heute in einer überfälligen Entscheidung eine schmerzhafte Diskriminierung beendet. Er hat damit anerkannt, dass der Mensch frei ist zu lieben, wen sie oder er will, und dass es dem Staat nicht zusteht darüber zu richten, für wen er oder sie einstehen will."

Petra Köpping, sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, begrüßt die Entscheidung: "Mein Eindruck ist, dass die Bevölkerung hier viel toleranter und offener ist, als die Politikerinnen und Politiker, die darüber zu entscheiden haben. Ich frage mich, warum der Abstimmung überhaupt ein so zäher Kampf vorausgehen musste. Für mich ist die Ehe für Alle eine Selbstverständlichkeit."