Der Einzelhandel in Dresden und Magdeburg streikt

Verdi Streik reagiert auf ergebnislose Tarifverhandlungen

der-einzelhandel-in-dresden-und-magdeburg-streikt
Foto: ollo

Dresden/Magdeburg. Am Freitag wurden die angesetzten Tarifverhandlungen für den Einzel- und Versandhandel ergebnislos vertagt. Heute rief die Gewerkschaft Verdi nun zum Streik auf.

Die Verhandlungen bezogen sich auf die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen und betreffen somit 260.000 Arbeitnehmer. In Dresden und Magdeburg streiken nun seit heute Morgen die Beschäftigten von H&M, Esprit, IKEA, Kaufland-Nickern und mehreren OBI-Märkten.

Nur drei, statt geforderten sechs Prozent Lohnerhöhung

In der ersten Rund der Tarifverhandlungen boten die Arbeitgeber eine Lohnerhöhung von insgesamt drei Prozent, welche sich auf zwei Stufen verteilen sollten. "Die Beschäftigten haben sich über das Arbeitgeberangebot sehr geärgert", teilte Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago mit. Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Geld und gibt sich mit der Hälfte nicht zufrieden.

"Das Angebot mit einer Erhöhung von 1,5 % ab 1.8.2017 und 1 % ab 1.6. 2018 würde einen Reallohnverlust bedeuten. Die Umsätze im Einzelhandel boomen, die Arbeitsbelastung hat erheblich zugenommen", empörte sich Lauenroth-Mago.

Neben einer Lohnerhöhung sollen die Verhandlungen auch eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro bezwecken. Tarifverträge sollen zudem für alle gelten und für 12 Monate abgeschlossen werden.

Es soll weiter gestreikt werden

"Die Weigerung der Arbeitgeber für die Allgemeinverbindlichkeit einzutreten, ist nicht nachvollziehbar", betont auch die Streikleiterin in Dresden Heike Flaxa.

Der Streit dauert in Dresden und Magdeburg noch ganzen Tag an. Laut der Gewerkschaft Verdi wird in den kommenden Tagen in weiteren Orten der betroffenen Bundesländer die Arbeit niedergelegt.

Der Termin für die zweite Runde der Verhandlungen ist Anfang Juli angesetzt.