Tarifverträge gelten nur für jeden Vierten

Arbeit Neue Verhandlungen für Einzel- und Versandhandel beginnen

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Foto: ollo/Getty Images

Leipzig. Am Freitag 11 Uhr starten die Tarifverhandlungen im Einzel- und Versandhandel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Bereits in den vergangenen Monaten wurden Streiks von Amazon- und Obi-Mitarbeitern in Dresden und Leipzig geführt. .

Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago erklärt: "Der Einzel- und Versandhandel jubelt über ständig steigende Umsätze und Gewinne, gleichzeitig gibt es in dieser Branche eine Vielzahl von Beschäftigten, die schon jetzt mit dem Verdienst nicht auskommen und erst recht im Rentenalter unter die Armutsgrenze fallen."

Verdi vertritt 260.000 Beschäftigte

260.000 Mitarbeiter sind von den Verhandlungen betroffen. Verdi verlangt eine Anhebung der Gehälter um 6 Prozent zum 1. Juni 2017. Weiter möchte Verdi 100 Euro mehr an Ausbildungsvergütung erreichen. Gewerkschaftsmitglieder sollen zusätzlich 300 Euro pro Jahr erhalten. Die Tarifverträge sollen, so die klare Forderung von Verdi, für alle Beschäftigten gelten und auf zwölf Monate abgeschlossen werden.

"Nur noch rund 25 Prozent der Beschäftigten werden nach dem Branchentarifvertrag bezahlt. Da versuchen sich Einzelhandelsunternehmen auf dem Rücken der Beschäftigten eine goldene Nase zu verdienen," so Laugenroth-Mago. Eine ausgebildete Verkäuferin mit 20 Wochenstunden komme etwa gerade einmal auf knapp 1.300 Euro brutto im Monat.