"16 Stunden am Tag arbeiten, das muss man mögen": Jessica Stockmann spricht über vermeintliches Luxus-Leben

Raus aus der Traumvilla, rein in die Mietskaserne: Promi-Lady Jessica Stockmann ließ sich auf ein kurioses TV-Experiment ein. Die Hintergründe erklärte sie jetzt in einem bemerkenswert offenen Interview.

Für das TV-Experiment "Plötzlich arm, plötzlich reich" tauschte Jessica Stockmann vorübergehend "Monaco gegen Marzahn", wie es im Untertitel der am heutigen Mittwoch, 20.15 Uhr, bei SAT.1 laufenden Sendung heißt: Sie zog mit ihren Töchtern von ihrer Villa an der Côte d'Azur in eine 70-Quadratmeter-Bleibe in Berlin-Marzahn um. Eine Woche Wohnblock - im Gegenzug durfte die normalerweise dort lebende Berlinerin Yvonne Künzel mit ihren beiden Kindern Stockmanns Luxusdomizil in Monaco (350 Quadratmeter Wohnfläche, 4.000 Quadratmeter Garten, Pool) beziehen.

Gegenüber der Nachrichtenagentur teleschau resümierte die 52-Jährige, die als Immobilienunternehmerin erfolgreich ist, nun, dass die Erfahrung aus ihrer Sicht sehr lehrreich gewesen sei: "Meine Kinder haben einiges über den deutschen Sozialstaat lernen können. Und auch ich habe in Marzahn Erkenntnisse gewonnen", so Jessica Stockmann. Nämlich "dass es grundsätzlich um Deutschland nicht so schlimm steht, wie einem das viele Gejammer suggerieren könnte. Niemand muss unter der Brücke schlafen. Wir haben funktionierende Infrastrukturen und Sozialsysteme, man muss sie nur annehmen. Wie uns unsere ebenfalls alleinerziehende Tauschpartnerin eindrucksvoll vor Augen führt, kann man seinen Kindern auch mit sehr bescheidenen Mitteln ein vernünftiges Leben und eine gute Erziehung ermöglichen." Allerdings, so schränkte sie ein, könne sie nicht behaupten, zu wissen, "wie es wirklich ist, dort zu leben, auch mit dem Druck der permanenten Existenzangst". Was sie "aber ganz sicher sagen" könne, sei "dass uns dabei die Vorzüge des eigenen guten Lebens wieder sehr viel bewusster wurden. Und das ist nichts Verkehrtes, vor allem mit Blick auf meine Kinder, die, wenn es nach mir geht, dankbar und bescheiden bleiben sollen."

"Arm und Reich zwei Seiten der selben Medaille"

Die Frage ist natürlich, was der Zuschauer aus so einer Sendung mitnehmen soll. Auch dazu äußerte sich Stockmann im teleschau-Interview. Ihr Wunsch wäre es, so erklärte sie, "dass wir den Leuten deutlich machen, dass Arm und Reich zwei Seiten der selben Medaille sind und dass es nur geht, wenn wir alle in einer Gesellschaft miteinander klarkommen". Besonders wichtig sei ihr, "dass der Zuschauer erkennt, was hinter vermeintlichem Luxus und Wohlstand mit Haus, Garten und Pool steckt: jede Menge Arbeit, viel Verantwortung, knallhartes Kalkulieren und sicherlich nicht weniger Stress und Alltagsärger als bei Menschen, die nicht so viel haben." Jessica Stockmann: "Ich kenne die fertige Sendung noch nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass die Tauschmutter am Ende feststellt, dass sie mit so einem Leben, wie ich es führe, eigentlich lieber nichts zu tun hätte. 16 Stunden am Tag arbeiten, das muss man mögen."

Jessica Stockmann verriet in dem Interview auch, wie sie ihr Geld verdient: "Mit Immobilienentwicklung - mal alleine, mal mit potenten Kooperationspartnern." Sie kaufe Objekte, saniere und verkaufe sie wieder. "Ich habe gemerkt, dass ich wohl ein gutes Gespür für Lagen und Märkte, ein Händchen für besondere Wohnansprüche habe." So habe sie ihren zweiten beruflichen Weg gefunden - nach der Arbeit als Schauspielerin und Moderatorin. Werden wir sie künftig dennoch wieder häufiger im TV sehen - immerhin war sie zu Jahresbeginn schon in "6 Mütter" bei VOX dabei? - "Nein, ich denke nicht - erst mal", gab sich Stockmann in dieser Frage vage. "Mit den Immobilien verdiene ich zum Glück so gut, dass ich da keine Veränderung vornehmen möchte - es hat sich ja auch der Alltag mit meiner kleinen Familie so gut eingerichtet, dass alles passt. Wochenlang irgendwo beim Dreh zu sein - das möchte ich meinen Kindern gerade nicht zumuten."

Aus dem gleichen Grund, so ließ sie auf teleschau-Nachfrage noch wissen, werde sie wohl auch davon Abstand nehmen, sich noch einmal für den "Playboy" auszuziehen. Jessica Stockmman, die bereits 1999 und 2006 das Cover des Männermagazins zierte, bestätigte dass es auch schon eine Anfrage für ein drittes Mal gegeben habe. "Aber, dass sie auf dem Schulhof auf ihre nackte Mutter angesprochen wird, will ich meiner pubertierenden Tochter dann doch nicht zumuten", meinte die Schauspielerin und schob nach: "Lust hätte ich zugegeben schon, ich fühle mich auch noch attraktiv genug, aber ich akzeptiere natürlich gerne den Wunsch meiner Tochter."