Als Clemens Tönnies verkleidet: Oliver Pocher "entschuldigt" sich bei Anwohnern

Nach eigener Aussage wollte Comedian Oliver Pocher in seiner Sendung auf Missstände wie Tierquälerei und Ausbeutung aufmerksam machen. Aber als Clemens Tönnies verkleidet und Witze reißend durch den Kreis Gütersloh zu ziehen, kam nicht bei jedem gut an ...

Grundsätzlich, insbesondere aber in seiner RTL-Show "Pocher - gefährlich ehrlich" liebt Oliver Pocher die Provokation. Aus seiner Sicht ist der derbe Auftritt ein Stilmittel, oftmals sorgt der Comedian und Moderator durch seine Aktionen aber für hitzige Diskussionen. So erneut geschehen am Mittwoch, als sich Pocher einen Spaß aus dem Corona-Ausbruch um die Tönnies-Fleischerei machte. Im erneut vom Lockdown getroffenen Kreis Gütersloh wurden mehr als 1.500 Infizierte identifiziert, über 7.000 Menschen sitzen in Quarantäne. In dieser Situation entschied sich der 42-Jährige, verkleidet als Clemens Tönnies durch die Stadt Verl zu ziehen, und sich stellvertretend für den Fleisch-Fabrikanten bei den Bewohnern zu entschuldigen.

Offiziell soll der Auftritt auf Missstände wie die Ausbeutung der Arbeiter, Tierquälerei und die Produktion von Billig-Fleisch hinweisen, allerdings ist die Umsetzung für viele diskussionswürdig. Dies wurde bereits am Mittwoch in den Sozialen Medien offenbar - die Sendung wird erst am Donnerstag-Abend ausgestrahlt (26.6., 23.10 Uhr, bei RTL). Unter anderem überreichte der falsche Clemens Tönnies an Mitarbeiter, deren Quarantäne-Wohnblocks durch einen Zaun vom Rest getrennt waren, "Tofu und Glücksbärchenwurst".

Der erste Beigeordnete der Stadt Verl, Heribert Schönauer, hielt das für blanken Hohn - und ging in die Offensive. Mit seinem Tipp, lieber etwas zu spenden, lockte er Pocher aus der Reserve. Dieser befindet sich plötzlich nicht mehr in seiner Rolle als schwerreicher Fleisch-Fabrikant, sondern rechtfertigt sich direkt, indem er beteuerte, genau das zu tun. Der Auftritt bleibt kontrovers, auch vor dem Hintergrund, dass Oliver Pocher genauso wie seine Frau bereits mit Corona infiziert waren und sich in Quarantäne befanden.