"Bin kein Krämerladen": Dieter Bohlen rechnet mit Charts-Industrie ab

"Mit dem Dieter arbeitet der Bohlen am liebsten!" - Nachdem Dieter Bohlen sein Best-Of-Album erst angekündigt und wieder abgesagt hatte, erscheint es nun doch. Die Gründe für das Hin-und-her legte der Pop-Titan nun offen.

Was für eine Überraschung: Nachdem Dieter Bohlen sein neues Album erst angekündigt und überraschend wieder abgesagt hatte, bringt der Pop-Titan nun nach zwölf Jahren doch noch einen Neuling heraus. Ab sofort gibt es drei CDs "mit all meinen Welt-Hits, von mir selber gesungen", wie Bohlen stolz verkündet. Gegenüber "Bild" verriet der Superstar nun, wie es zur zeitweiligen Absage des Albums kam: "Der Plan war, neue Titel zu machen und viele Duette mit Freunden zu singen. Als die Duett-Partner ins Studio eingeladen wurden, gab es nur Probleme. Alle hatten ihren Manager, Berater und Verpflichtungen - es sollten gefühlt Hunderte Verträge zwischen allen geschlossen werden." Ursprünglich hatte Bohlen auf dem "Mega-Album" mit Gaststars wie Capital Bra und Kay One seine größten Modern-Talking-Hits sowie neue Stücke performen wollen.

Doch Bohlen kritisiert vor allem, "dass ich mir allen möglichen Schnickschnack anschauen sollte. In den Charts gibt es ja ein Wertesystem. Das heißt, wenn ein Album möglichst teuer ist, zählt es mehr. Bedeutet: Die Alben werden extra teurer gemacht - mit irgendwelchem Quatsch, den man beilegt. Das geht bis zu Lederjacken, Schlüsselanhängern, Schals, und so weiter." Für den 65-Jährigen war das Maß voll: "Ich sollte mir also überlegen, was ich alles da reinlege bei meiner Box, um diese dann möglichst hochpreisig zu verkaufen. Aber ich bin ja nun mal kein Krämerladen. Das alles hatte aus meiner Sicht nichts mit Musik zu tun und ich habe das Album dann abgesagt."

Bohlen wäre nicht Bohlen, wenn er die Kritik an der Chartindustrie nicht mit einem provokanten Spruch schließen würde: "Mit dem Dieter arbeitet der Bohlen am liebsten!", sagte er der "Bild". Und weiter "Da brauch ich keine Verträge. Und es hat mir wahnsinnige Freude gemacht, meine Nummer Einsen mal selber zu singen."