Christopher Street Day: Woher kommt er und was bedeutet er?

Die LGBT-Gemeinde feiert auf der ganzen Welt jedes Jahr mit Paraden und Umzügen den Christopher Street Day. Obwohl der CSD wie ein irrer Karnevalsumzug aussieht, hat er einen wichtigen Hintergrund. Wir verraten Ihnen, was der CSD bedeutet.

Bunt, schrill, laut und fröhlich: Weltweit feiern Millionen Schwule, Lesben, Transsexuelle und deren Unterstützer und Freunde in den Sommermonaten zwischen Juni und August den Christopher Street Day. Auch in vielen deutschen Städten gleicht die Parade einer riesigen Party-Veranstaltung. Doch eigentlich ist der CSD, wie er hierzulande genannt wird, eine Protestveranstaltung für mehr Toleranz gegenüber Homosexuellen.

Stonewall-Aufstand in der Christopher Street

Gehen wir zurück ins New York der 60er-Jahre, wo es immer wieder gewalttätige Polizeirazzien in Kneipen mit homosexuellem und transsexuellem Publikum gab. Von der Gewalt und den Misshandlungen der Polizisten waren vor allem Menschen mit lateinamerikanischer Herkunft und Afroamerikaner betroffen.

Doch in den frühen Morgenstunden des 28. Juni 1969 sollte Schluss sein mit der Ungerechtigkeit und Intoleranz: In der Bar Stonewall Inn in der Christopher Street im New Yorker Stadtteil Greenwich Village begann der sogenannte Stonewall-Aufstand. Tagelange Straßenschlachten zwischen Dragqueens, Transsexuellen und Polizisten folgten, um der Diskriminierung und Ausgrenzung ein Ende zu setzen.

CSD oder Gay Pride?

Genau ein Jahr später wurde mit einem Straßenumzug an diesen Aufstand erinnert. Daraus entstand eine internationale Tradition: Jedes Jahr finden im Sommer weltweit in vielen Städten Demonstrationen für die Rechte der Schwulen und Lesben statt. Die Proteste werden von spektakulären Regenbogenparaden und mehrtägigen Events begleitet. Das Datum für die Veranstaltungen variiert von Stadt zu Stadt. Der erste CSD in Europa fand 1978 in der Schweiz statt, in Deutschland ein Jahr später in Bremen, Berlin und Köln.

Übrigens wird die Bezeichnung Christopher Street Day nur im deutschsprachigen Raum verwendet, überall anders in der Welt ist der Name Gay Pride üblich. Die größten Umzüge in Deutschland finden im Juli in Berlin und Köln statt. Dort gleicht der CSD einem Karnevalsumzug: 2002 lockte er mit 1,2 Millionen Beteiligten mehr Besucher in die Stadt als der Rosenmontagszug.

Auch noch 50 Jahre nach den Ereignissen in der Christopher Street sind Demonstrationen für mehr Toleranz für Homosexuelle genauso wichtig wie damals. Schwulenfeindliche Gegendemonstranten bedrohen vor allem in Osteuropa, wie zuletzt in Kiew, die friedlichen Paraden der LGBT-Szene.

2019 findet unter anderem in folgenden Städten der Christopher Street Day statt:

Köln, 7. Juli 2019 München, 13. Juli 2019 Leipzig, 13. Juli 2019 Frankfurt am Main, 20. Juli 2019 Berlin, 27. Juli 2019 Hamburg, 3. August 2019 Bremen, 31. August 2019