"Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag" - stimmt das wirklich?

In Ihrem Kalender steht am 27. Juni "Siebenschläfertag" und Sie fragen sich, ob Sie heute besonders aufs Wetter achten müssen? Wir verraten Ihnen, was dran ist an der Bauernregel.

Der Siebenschläfer ist ein kleines Tierchen, doch einen eigenen Feiertag hat es nicht. Nein, wenn auf dem heutigen Kalenderblatt "Siebenschläfer" steht, dann hat das nichts mit dem Nagetier zu tun.

Der Siebenschläfertag lässt sich auf eine alte Legende zurückführen. Sieben christliche Brüder wurden im Jahre 251 aufgrund ihres Glaubens fortgejagt und suchten in einer Höhle Zuflucht. Darin wurden sie eingemauert - doch anstatt elendig zu sterben, fielen sie in einen tiefen Schlaf. Erst Jahrhunderte später entdeckte man die Männer an einem 27. Juni - und der Glaube, dass es die Auferstehung wirklich gibt, war gefestigt. Es gibt unterschiedliche Arten der Legende, in denen die Details variieren. Eines bleibt allerdings immer gleich: Der heutige "Siebenschläfertag" wird darauf zurückgeführt.

An die Legende denken wir aber nicht, wenn der Tag näher rückt. Viel mehr schauen wir nach oben und fragen uns: Regnet es? Scheint die Sonne? "Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt", heißt die passende Bauernregel. Der Siebenschläfertag soll uns also vorhersagen, wie das Wetter in nächster Zeit wird. Aber stimmt das auch? Darauf kann man nur mit "Jein" antworten.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes liegt die Eintrittswahrscheinlichkeit der Siebenschläfer-Regel bei rund 60 Prozent. Meist stellt sich zu dieser Zeit eine besondere Großwetterlage ein und gibt den Witterungscharakter der folgenden Wochen vor. Allerdings entstand die Bauernregel schon deutlich vor der gregorianischen Kalenderreform von 1582 - das Datum des Siebenschläfertags wäre eigentlich der 7. Juli. Und für diesen Zeitraum, also in etwa die erste Juliwoche, konnte tatsächlich nachgewiesen werden, dass sie das Wetter für den Sommer andeutet.