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Deutsche Rockband polarisiert mit neuem Song "Germany, Germany"

Musik Neues Album "Dark" von Blackout Problems seit Freitag erhältlich

Blackout Problems sind eine Alternativeband aus München und seit 2012 dafür bekannt, gesellschaftskritische Texte in ihren Melodien zu verpacken. Nun erschien am vergangenen Freitag ihr drittes Album mit dem Titel "Dark".  Damit wollen sie den Spagat zwischen zeitgeschichtlichen Schwarz-Weiß-Debatten und Nächstenliebe schaffen. Das Album zeigt die Vielfalt des Schmerzes des menschlichen Verhaltens, von Resignation bis zur Vereinigung, von Wut bis zur Hoffnung.

"Germany, Germany" thematisiert Vorurteile im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise

Eine vorab veröffentliche Single stach jedoch hervor, welche den Titel "Germany, Germany" trägt. In dem Song geht es um die deutsche Geschichte und welchen Einfluss diese noch heute auf das Land hat. Es wird die Perspektive junger Männer eingenommen, die vielleicht Migranten oder Immigranten sind und denen Hass und Vorurteile aus verschiedenen Schichten der Gesellschaft entgegen gebracht werden. So singt Frontmann Mario: "Don't go back into history. Your walls, your anxiety, see what they've done to me, Germany, Germany. […] We kidnap your children, we sleep with your daughters, take all of your jobs and destroy monocultures. […] You're no lords, you are liars. Why did nobody stop you from getting addictеd to the wrong kind of sickness?" (dt.: Geht nicht in der Geschichte zurück. Euren Mauern, euren Ängsten. Sieh was du mir angetan hast, Deutschland, Deutschland. […]  Wir kidnappen eure Kinder, schlafen mit euren Töchtern, nehmen euch all eure Jobs weg und zerstören die Monokulturen. […] Ihr seid keine edlen Herren, ihr seid Lügner. Warum hat euch niemand aufgehalten nach der falschen Krankheit süchtig zu werden?")

Die Band zeigt eine deutliche Haltung

Der Sänger beschreibt das Lied selbst als "Song, der einen ziemlich kritischen Blick auf unser Land wirft... In Deutschland haben wir ein brillantes Gesundheitssystem, aber wir haben eine schwierige Geschichte mit Dingen wie dem Zweiten Weltkrieg, und selbst jetzt haben wir Probleme mit Gruppen wie Pegida, die 30.000 Menschen zu ihren Aufmärschen anziehen. Germany, Germany demonstriert gegen die Vorurteile der Anti-Flüchtlings-Bewegung, aber es feiert auch die Schönheit unseres Landes." 

In einem Interview erzählt er weiter: "Wir haben keine starke Beziehung zu unserem Land und sind mit Sicherheit keine Patrioten. Wenn man sich mit der Geschichte unseres Landes befasst, kann man sich sehr beunruhigt fühlen, besonders wenn man bestimmte politische Agenden oder Aussagen der Rechtspartei von heute mit denen der 1930er Jahre vergleicht. Man findet Parallelen und wir fühlen uns als eine Generation, die sich dazu äußern muss. Wir müssen die rechten Fanatiker herausfordern, wir hatten das starke Bedürfnis, über den Mord an Walter Lübke zu sprechen und einen Song darüber zu schreiben ("Murderer"). Wir dürfen nie vergessen, wie dieses Land vor weniger als einem Jahrhundert aussah und wofür es stand, denn mit diesem Gedanken im Hinterkopf ist es ganz klar, dass wir alles dafür tun werden, dass das nie wieder der Fall sein wird."

Auf dem Album werden außerdem klimapolitische Themen angesprochen ("Lady Earth") oder allgegenwärtiger Verluste geliebter Menschen ("Fireman"). Insgesamt setzt sich die Band sehr aktivistisch ein und möchte mit den Worten "R.E.S.P.E.C.T. & L.O.V.E. for everybody" ihren Standpunkt deutlich setzen.