Die Ärzte sind anders und anders ist gut: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Die Ärzte, Bruce Spingsteen, Fury in the Slaughterhouse, Michelle und Ariana Grande: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Wer ist hier der "Boss"? Bruce Springsteen platzierte zuletzt vier Alben in Folge auf Platz eins in den deutschen Charts. Das wird ihm mit dem neuen Werk "Letter To You" womöglich nicht gelingen, denn auch Die Ärzte präsentieren nun endlich ihren neuen Langspieler. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Fury in the Slaughterhouse, Michelle und Ariana Grande.

Die Ärzte - Hell

Es ist vollbracht: Nach Trennungsgerüchten, nach internen Streitereien, nach acht Jahren ohne neuen Langspieler haben Die Ärzte ein neues Album veröffentlicht. Wie drei Zombies sehen Bela B, Farin Urlaub und Rod González auf dem Cover zu "Hell" aus, aber ob diese Musik nun aus der Hölle kommt oder doch eher ein bisschen Licht ins dunkle Jahr 2020 bringen soll - darüber kann man wieder viel spekulieren.

Insgesamt 18 Songs haben es auf das neue Album geschafft. Es wird angestunken gegen Nazis und Verschwörungstheoretiker, es gibt wieder viel Raum für den eigenwilligen Ärzte-Humor, da sind Lieder über Bielefeld, Bier, Strand, Tod, und an Krawall mangelt es auch nicht. Kurzum: Wer Beweise dafür sucht, dass Die Ärzte immer noch die "beste Band der Welt" sind, der wird sie auf dieser neuen Platte mühelos finden.

Bruce Springsteen - Letter To You

Die Ärzte mögen die "beste Band der Welt" sein, aber er ist der "Boss": Bruce Springsteen betrieb in den letzten Jahren viel Selbstverwirklichung, als er seine eigene Broadway-Show (2017 bis 2018, 236 ausverkaufte Konzerte) aufführte und das Soloalbum "Western Stars" (2019) aufnahm. Jetzt kehrt er zurück zum alten Erfolgsmodell und veröffentlicht wieder Musik mit seiner legendären E Street Band.

"Letter To You" ist die erste gemeinsame Platte seit 2014 ("High Hopes") und liefert zuverlässig das, was Springsteen-Fans erwarten. Klassisches, geradliniges Songwriter-Handwerk, ein bisschen Dreck am Stiefelabsatz, Nostalgie und Schwelgerei, vorgetragen von einem Typen, der trotz vieler Millionen Dollar auf dem Konto noch gerne Arbeiterhemden trägt. "Letter To You": Mehr Springsteen geht nicht.

Fury in the Slaughterhouse - Sometimes (Stop To Call)

Da wurde plötzlich ein neuer YouTube-Kanal eingerichtet, da war viel Bewegung in den sozialen Medien, aber was dahintersteckte, blieb bis zuletzt streng geheim. Nun ist die Katze aus dem Sack: Fury in the Slaugterhouse sind ganz offiziell wieder da! Mit "Sometimes (Stop To Call)" präsentieren die On-Off-Rocker aus Hannover, die schon mehrere Abschiede und Comebacks hinter sich haben, den ersten Vorboten zu einem neuen Album.

Und wie klingt der erste neue Fury-Song seit 13 Jahren? In jedem Fall nach einer Bande, die schon viel erlebt hat im Leben. Frontmann Kai Wingenfelder singt zu einer lebhaften, mitreißenden Rocknummer von Verlust und vom Abschiednehmen. Mehr davon gibt es dann im nächsten Jahr: Das neue Album "Now" soll im April 2021 erscheinen, ab Juni wollen Fury in the Slaughterhouse dann auch wieder live auftreten.

Michelle - Anders ist gut

Schillernde Diva, natürliche Schönheit von nebenan, sexy Vamp, dann wieder reife Künstlerin: Michelle hat so ungefähr jeden Imagewechsel durchgemacht, den man sich vorstellen kann. Das schafft Freiheiten, und die nutzt die 48-Jährige, um sich doch noch einmal neu zu erfinden: Auf ihrem neuen Langspieler feiert Michelle das Anderssein.

Im Video zum Titelsong "Anders ist gut" posiert die Sängerin mit wallendem Tüllkleid am Strand, lässt einen Schimmel galoppieren, zeigt Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, lesbische Paare, Menschen in Rollstühlen. Und immer wieder besingt sie den Individualismus. Klar, Michelle ist nicht das, was die meisten Menschen unter "anders" verstehen, aber eintönig oder sehr angepasst war sie noch nie. Wenn man so ein "Anders ist gut"-Statement irgendeinem Schlagerstar abnimmt, dann ihr.

Ariana Grande - Positions

"Wählt ihn zum Teufel!": Ariana Grande machte zuletzt in ihrer Instagram-Story mehr als deutlich, was sie von Donald Trump hält. Kurz vor den Präsidentschaftswahlen zeigt sie nun auch, wie das aussehen würde, wenn sie im Weißen Haus säße: Im Video zu ihrem neuen Song "Positions" bezieht die Pop-Prinzessin als weibliche Präsidentin das Oval Office und ihr Kabinett besteht ausschließlich aus Frauen und männlichen Paradiesvögeln. Nimm das, Trump! Nimm das, konservatives Macho-Amerika!

So richtig politisch geht es in der Musik selbst aber nicht zu. Mit "Positions" präsentiert Grande vielmehr einen weiteren State-of-the-Art-Popsong. Es geht um Zugeständnisse in einer Beziehung, um Stress zwischen Küche und Schlafzimmer. Was die 27-Jährige aktuell sonst noch beschäftigt, soll man auch bald erfahren: Bei Twitter kündigte Ariana Grande unlängst an, dass "diesen Monat" ein neues Album erscheinen wird.