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Ed Sheeran wird "äußerst persönlich": Das sind die Musik-Highlights der Woche

Tori Amos, Volbeat, Oliver Onions und Ed Sheeran, der sich auf dem neuen Album "=" besonders persönlich gibt: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Ed Sheeran zeigt mit dem neuen Album "=" ("Equals"), dass er nach wie vor zu den verlässlichsten Hit-Schreibern der Pop-Industrie gehört. Zwischendurch gibt es aber auch ein paar persönliche Noten, es ist zuletzt schließlich viel passiert im Leben des Superstars. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Tori Amos, Volbeat und Oliver Onions.

Ed Sheeran - = (Equals)

Er hat geheiratet, wurde Vater und musste Abschied nehmen, deshalb sei das neue Album "äußerst persönlich", wie Ed Sheeran schon vor einigen Wochen verriet. "Äußerst persönlich", das heißt bei solchen Megastars in der Regel nicht viel - aber doch, man versteht schon, welche Songs er damit meint. Die Goodbye-Ballade "Visiting Hours" schrieb er für seinen verstorbenen Mentor Michael Gudinski, das Gute-Nacht-Lied "Sandman" für seine Tochter und den Titel "First Times" für seine Frau Cherry Seaborn. Das geht dann ungefähr so: In Wembley spielen vor 85.000 Menschen, schön und gut, aber der erste Kuss war doch viel schöner.

Immer dann, wenn es persönlich wird, singt Ed Sheeran ganz leise und gefühlvoll, dazu zupft er nur die Gitarre. In diesen Momenten muss auch nicht immer alles perfekt ausproduziert sein, so wirken die Songs authentischer. Die Fans werden diese Stücke sicher mögen, die Plattenfirma wird sie ohne viel Murren abgenickt haben, denn der Rest der gerade erschienenen neuen Platte "=" (gesprochen "Equals") bietet das, worauf es letztlich eben auch ankommt: perfekt geschliffenen Pop mit Elektro, Dance und Melodien, die sofort ins Ohr gehen. "Bad Habits", "Shivers", "Overpass Graffiti" - mit Hits wie diesen spielt Ed Sheeran nach wie vor in einer ganz eigenen Liga.

Tori Amos - Ocean To Ocean

Als eine so sensible Natur, als ein so zartes Pflänzchen wie Tori Amos monatelang eingesperrt sein - man mag es sich nicht vorstellen. "Ich befand mich in meiner eigenen privaten Hölle", erinnert sich die Ausnahme-Songschreiberin an die Lockdown-Zeit. Herausgearbeitet hat sie sich, klar, mit Musik, und so darf sich jeder Fan erwartungsvoll die Hände reiben. Schließlich ist Tori Amos immer dann am besten, wenn es ihr am schlechtesten geht.

Von Ozean zu Ozean hat sie sich geträumt, "Ocean To Ocean" heißt die neue Platte. Drama, Melancholie, Romantik und ein bisschen Esoterik: Tori Amos schwimmt im Geiste nach New York, tanzt mit dem Teufel und spricht mit Bäumen. So anders als ihre früheren Alben ist dieses hier am Ende nicht. Man hockt in einem tiefen Loch und hört betörend-verträumten Kammer-Pop. Oder wie die 58-Jährige es selbst beschreibt: "Es geht darum, gemeinsam im Dreck zu sitzen. Und dort im Dreck werde ich dich treffen."

Volbeat - Becoming

"Mir ging es gut zu Hause, ich hatte beste Laune, mein Publikum war ich selbst", erinnert sich Michael Poulsen an das Schreiben der neuen Platte. Und wie klingt das, wenn der Volbeat-Frontmann Musik für sich selbst komponiert? Im Falle der neuesten Single "Becoming" ziemlich wild. Erst Punk'n'Roll und Hardcore, später epische Doom-Gitarren und dazu Gesangslinien nah an der Grenze zum Pop - das muss man so erst einmal in gut viereinhalb Minuten zusammenbringen.

Aber Poulsen weiß natürlich, wie's geht: "Servant Of The Mind", so der Name des neuen Albums, ist bereits der achte Langspieler der Dänemark-Rocker und "Becoming" die vierte Single-Auskopplung. Den ganzen brettharten Rest hören die Fans dann ab 3. Dezember. Keine Frage, nach zuletzt drei Nummer-eins-Platten in Serie wird es wieder weit nach oben gehen. Und wer weiß, vielleicht springt der Funke bald auch in Amerika endgültig über: Vor der Europa-Tour 2022 ist auch noch eine große Konzertreise durch die USA geplant.

Oliver Onions - Future Memorabilia

Oliver Onions, der Name ist heute wohl nur noch ein paar (Film-)Nerds bekannt, aber wenn ihr großer Hit "Dune Buggy" läuft, wird es klingeln. "Come with me for fun in my buggy ..." - Bud Spencer und Terence Hill, "Zwei wie Pech und Schwefel"! Über viele Jahre waren die Brüder Guido und Maurizio de Angelis die ersten Ansprechpartner, wenn wieder mal eine neue Filmmusik für Spencer und Hill hermusste. Und da das Soundtrack-Schreiben lange das Kerngeschäft von Oliver Onions war, entstand im Lauf der Jahrzehnte auch nur ein halbes Dutzend eigener Alben. Sehr spät kommt jetzt noch eines hinzu: "Future Memorabilia".

Der Titel verrät es bereits, Oliver Onions schwelgen in Erinnerungen. Und schöpfen ihr Songkapital voll aus. "Dune Buggy" wurde in einer 2.0-Version neu aufgenommen, ebenso weitere Kultsongs wie "Bulldozer" und "Orzowei". Neben modernen Soundeffekten - viele der Original-Songs stammen aus den 70-ern - gibt es auch einige namhafte Gastbeiträge. Bud Spencers Stimme ist in der Neufassung von "Banana Joe" zu hören, David Hasselhoff in "Sheriff" und Roland Kaiser in "Santa Maria", also dem Song, den Kaiser mit seinem Cover einst schon zum Hit machte. Oliver Onions, das bleibt ein Nerd-Thema, und so eine 2021er-Neufassung von "Dune Buggy" braucht eigentlich kein Mensch - aber eine schöne Geschichte ist dieses kleine Comeback trotzdem.