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Ein Album aus dem Hause Spielberg: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Martin Gore, Jan Delay, The Notwist, Celeste und Steven-Spielberg-Tochter Buzzy Lee, die gerade ihr erstes Album veröffentlicht hat: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Buzzy Lee, eine Pop-Debütantin aus Kalifornien, hat gerade ein Album auf den Markt gebracht, das es verdient, gehört zu werden - nicht nur, weil ihr Vater ein legendärer Hollywood-Regisseur ist. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Depeche-Mode-Architekt Martin Gore, Jan Delay, The Notwist und der großen neuen Soulpop-Hoffnung Celeste.

Buzzy Lee - Spoiled Love

Eine noch nicht so prominente Künstlerin aus sehr prominentem Hause: Sasha Spielberg, 30-jährige Tochter von Star-Regisseur Steven Spielberg, hat als Buzzy Lee ihr erstes Album veröffentlicht. "Spoiled Love" lautet der Titel der Platte, die in Spielbergs Heimat Kalifornien geschrieben und in Italien aufgenommen wurde.

Und wie klingt das, wenn eine Tochter von Hollywood-Ikone Steven Spielberg Musik macht? Ziemlich verträumt, oftmals auch sehr melancholisch, aber durchaus ansprechend. Buzzy Lees Synthie-lastiger Sad-Pop würde sich im Plattenregal gut neben Lana Del Rey oder Angel Olsen machen. Für ein Millionenpublikum ist dieser Sound vielleicht nicht gedacht, aber was Buzzy Lee hier liefert, verdient nicht nur aufgrund ihres berühmten Vaters Aufmerksamkeit.

Martin Gore - The Third Chimpanzee

Martin Gore wurde weltberühmt als Architekt des Depeche-Mode-Sounds, aber was ein Architekt so entwirft und was dann am Ende entsteht, das sind oftmals ganz unterschiedliche Dinge. Hier nicht: Auf Gores neuer Solo-EP "The Third Chimpanzee" bekommt man ungefiltert, unverfälscht und absolut kompromisslos präsentiert, wie der 59-Jährige Musik denkt und ertüftelt.

Die fünf Stücke von "Third Chimpanzee" sind wie schon Gores letzte Soloarbeit "MG" (2015) rein instrumental angelegt, und sie sind definitiv nichts, was wie irgendein DM-Album auch mal nebenbei laufen könnte. Ob man ihn nun als Nerd oder als Visionär versteht: Gore geht es spürbar darum, Noch-nicht-Gehörtes aus dem Computer herauszukitzeln, und auch nach so vielen Jahren findet er dort noch eine Menge. Das Ergebnis ist ein radikales und intensives Sound-Spektakel, dem allerdings auch alles fehlt, was Depeche Mode zu seinem Massenphänomen gemacht hat.

Jan Delay - Intro

Mal wieder etwas Großes aus der Kategorie "Lange nicht gehört": Jan Delay, der seine Solokarriere zuletzt für das Beginner-Comeback ("Advanced Chemistry", 2016) mehr oder weniger auf Eis gelegt hatte, meldet sich mit der neuen Single "Intro" zurück. Die Werder-Bremen-Hymne "Grün-weiße Liebe" (2018) ausgeklammert, ist es sein erster eigener Song seit immerhin sieben Jahren.

Bläser und großes Tamtam, "viel zu lange weg (...) aber jetzt bin ich back": "Intro" ist musikalisch wohl genau der Comeback-Paukenschlag, auf den Jan Delays Fans gehofft hatten. Die Veröffentlichung des neuen Songs samt Video nutzte der Deutschrap-Star auch gleich, um sein nächstes Album anzukündigen: "Earth, Wind & Feiern" soll im Mai auf den Markt kommen - mit "12 Songs voller Bass, Bumms und positiven Vibes", wie es in einer Pressemitteilung heißt.

The Notwist - Vertigo Days

The Notwist sind immer noch eine Band, bei der die Brust des deutschen Indie-Fans stolz anschwillt, schließlich waren die Weilheimer in den 2000-ern auch schon in den USA und Kanada groß auf Tour. Momentan sind The Notwist natürlich nirgendwo auf Tour, aber dafür präsentieren sie ihren Anhängern jetzt endlich mal wieder neue Musik: "Vertigo Days" ist die erste reguläre Studioplatte seit "Close To The Glass" (2014).

Klarinette, ein bisschen experimentelles Klimbim, hier und da zumindest noch ein paar Kraut-Momente: Auf "Vertigo Days" leuchten The Notwist ihren etwas kauzigen, aber sympathischen Indietronic-Entwurf mit zahlreichen Gastmusikern neu aus. Alles ist ein Fluss, eine Stimmung geht geschmeidig in die nächste über, aber langweilig wird es nie.

Celeste - Not Your Muse

Derzeit kommt gefühlt jede Woche ein neuer internationaler Popstar um die Ecke, bei dieser Künstlerin hier dreht die Szene aber doch etwas mehr durch als sonst. Denn: Mit Celeste, da sind sich alle einig, kommt mal wieder eine richtige Stimme in den Pop, die nicht auf Computereffekte oder auffällige Kleidchen angewiesen ist.

Schon 2019 wurde Celeste, die in der Nähe von Brighton aufwuchs, von der BBC als "Introducing Artist of the Year" und bei den Brit Awards als "Rising Star" ausgezeichnet - und das alles, als man noch gar nicht so viel von ihr gehört hatte. Ein paar erstklassige Soulpop-Singles später gibt es nun das erste große Pfund, Celestes Langspiel-Debüt "Not Your Muse". Amy Winehouse grüße in diesen Songs aus der Ferne, sagen manche, aber der Weg von Celeste zeigt so steil nach oben, dass sie Vergleiche mit anderen Künstlern ziemlich schnell abschütteln dürfte.