Einer ist nicht zu bremsen

Seit fast 70 Jahren ist Terence Hill auf der Leinwand zu sehen. Am 29. März feiert der Italowestern-Star seinen 80. Geburtstag - und die blauen Augen strahlen immer noch wie eh und je.

Zwei Männer stehen einem Haufen Prügelknaben gegenüber. Einer fängt an - und schon beginnt die schönste Klopperei, untermalt von übertriebenen und manchmal zeitversetzten Schlaggeräuschen. Zack! Bämm! Rumms! Autsch! Keine Frage, wer am Ende noch steht. Denn bei diesen beiden Männern handelt es sich um Terence Hill und Bud Spencer. Durch sie bekam die Darstellung von "Gewalt im Film" eine ganz andere Bedeutung. Parodierte, ins Lächerliche gezogene Keilereien mit viel Witz und Charme - und immer mit dem besseren Ausgang für die Guten: Genau dafür stand das weltberühmte Duo, das in Wahrheit natürlich humorvoll und friedliebend war und sich mit all seiner Prominenz stets für die Gewaltfreiheit stark machte. Ihr Filmgenre mag aus der Mode gekommen sein, wenngleich die Wiederholungen im TV immer noch hervorragende Quoten erzielen. Nach Bud Spencers Tod im Juni 2016 ist Terence Hill die letzte lebende Erinnerung an das gepflegte Haudrauf-Movie der 70er- und 80er-Jahre. Am 29. März vollendet der ewige Held mit den berühmten blauen Augen sein 80. Lebensjahr.

Mario Girotti, wie Terence Hill eigentlich heißt, fand schon früh seinen Weg in die Schauspielerei. Mit gerade zwölf Jahren spielte er in seinem ersten Film "Holiday for Gangsters" mit. Es folgten kleinere Rollen, bis es 1964 ernst wurde: Durch die "Winnetou"- und "Nibelungen"-Filme wurde der gebürtige Venezianer einem größeren Publikum bekannt, bevor er dann Ende der 60er-Jahre zu den Westernkomödien überging.

1967 wurde aus Mario Girotti dann Terence Hill: Für den Film "Gott vergibt... Django nie!" wurde ihm eine Liste mit 20 Namen vorgesetzt, aus der er sich für einen der Vorschläge entscheiden sollte. Er wählte "Terence Hill" - und damit die gleichen Initialen wie die seiner Mutter Hildegard Thieme. Schon damals war sein späterer Filmkollege und Freund Carlo Pedersoli an seiner Seite, der sich selbst den Namen "Bud Spencer" ausdachte. Ihre ersten gemeinsamen Filme waren noch ernster, doch schon bald entdeckte man ihr unschlagbares Talent als Komödianten-Duo.

Der Rest ist Geschichte: Mit ihren Sprüchen, den unverbesserlichen Prügelszenen und dem herrlichen Humor eroberten die beiden die Kinoleinwände. Filme wie "Die rechte und die linke Hand des Teufels" (1970), "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" (1972) oder "Das Krokodil und sein Nilpferd" (1979) machten das ungleiche und doch perfekt passende Duo weltberühmt. Und auch solo sich Terence Hill einen Namen: Der satirische Cowboy-Film "Mein Name ist Nobody" (1973), wo er neben Henry Fonda spielte, zählt zu seinen besten Filmen.

Ein Mann, der weiß, was er will

Noch heute ist der blonde Italiener der Schauspielerei nicht müde geworden: Seit 2000 spielt er die Hauptrolle in der Serie "Don Matteo", von 2011 bis 2015 stand er für die italienische Fernsehserie "Die Bergpolizei - Ganz nah am Himmel" vor der Kamera, und erst 2018 spielte er die Hauptrolle in dem Film "Mein Name ist Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück", wo er auch als Regisseur und Drehbuchautor fungierte. Er widmete den Film seinem verstorbenen Freund Bud Spencer: "Dort, in der Tabernas-Wüste bei Almeria, habe ich Bud Spencer, der damals noch Carlo Pedersoli war, zum ersten Mal getroffen. So kamen Anfang und Ende zusammen", erklärte er gegenüber der Agentur teleschau.

Aber nicht nur im Filmbusiness gibt Terence Hill noch Gas. Er liebt Motorräder und besitzt mehrere Maschinen, die er heute noch fährt. Außerdem eröffnete er 2017 wieder die Eisdiele seines Großvaters, die 1974 schließen musste. Die "Gelateria Girotti" soll auch Filialen in Deutschland bekommen. In Lommatzsch selbst, wo er seine Kindheit verbrachte, wurde ein Schwimmbad nach dem ehemaligen Sportschwimmer benannt. Das Haus, in dem er damals wohnte, steht heute noch. Als nächstes hat er vor, ein Buch zu schreiben.

Gewalt in Filmen verabscheute Hill schon immer. Durchaus verständlich, wenn man seine Herkunft bedenkt: 1943 zog er mit seiner Familie in die Nähe von Dresden und erlebte dort die schweren Luftangriffe des Zweiten Weltkrieges. Erst 1947 gelang die Flucht nach Italien in die Stadt Amelia, wo er aufwuchs und studierte. Trotzdem blickt er gerne auf die Zeit in Deutschland zurück: "Ich war nie wieder so glücklich wie damals. Ich hatte viele Freunde und war ein sehr lebhaftes Kind - trotz des Krieges", sagte er gegenüber der Agentur teleschau. Irgendwann möchte er darüber ein Buch schreiben: "Dafür brauche ich aber viel Zeit. Es dauert einige Jahre, wenn man ernsthaft ein Buch schreiben will und es nicht nur schreibt, um es zu verkaufen."

Nach seinen großen Erfolgen in der Filmwelt hätte der Deutsch-Italiener mit den strahlend blauen Augen wohl alles spielen können - den seichten Liebhaber oder den mutigen Actionhelden. Doch er spielte lieber gewaltparodierende Parts als Western, Dschungel- oder Safariabenteurer - und blieb damit seinem Stil und vor allem seinen Fans treu. Was er wohl zu seinem runden Geburtstag geplant hat? "Ich möchte nach Island reisen und dort auf dem Eis laufen."

kabel eins, seit jeher die erste Adresse für das Hill-Spencer-Oeuvre beginnt bereits am heutigen Dienstag, 26. März, seine Festspiele zu Ehren des beliebten Actionstars. Um 20.15 Uhr ist "Der Supercop" von 1980 im Programm, um 22.30 Uhr folgt "Mein Name ist Nobody". Am Mittwoch, 27. März, geht es weiter: Um 20.15 Uhr wird "Zwei sind nicht zu bremsen" gezeigt. Im Anschluss, um 22.45 Uhr, läuft die Dokumentation "Die Terence Hill Show". An Ostern gibt es dann noch mehr von Bud Spencer und Terence Hill: Am 21. und 22. April widmet sich kabel eins beinahe vollständig dem weltberühmten Komödianten-Duo aus Italien.