Frank Elstner: Warum er jetzt für Netflix arbeitet ...

Frank Elstner verabschiedet sich endgültig von der Kamera. Nicht im klassischen Fernsehen, sondern mit einem Talk-Format auf Netflix. Im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau verrät er sein Erfolgsrezept für unterhaltsame Gespräche und blickt auf die Zukunft des klassischen Show-Formats.

Wenn sich schillernde Show-Persönlichkeiten, mit denen man möglicherweise aufwuchs, von der Fernsehbühne verabschieden, wird der ein oder andere nostalgisch. Die TV-Legenden selbst sehen das mitunter etwas nüchterner: "Man will keinen 78-Jährigen mehr auf der Showbühne sehen", behauptet zumindest Frank Elstner im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. Und noch ist es ja nicht ganz vorbei - schließlich ist ab sofort sein Vieraugen-Talk "Wetten, das war's ...?" mit gleich fünf prominenten Gästen auf Netflix abrufbar. Elstner interviewt die TV-Unterhaltungskünstler Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt, Sängerin und Eurovision-Gewinnerin Lena Meyer-Landrut, Autorin Charlotte Roche sowie den deutschen Hollywood-Schauspieler Daniel Brühl.

Das Format lief mit den ersten Folgen bereits zuvor bei YouTube, das klassische Fernsehen hatte offenbar kein Interesse. Für Elstner kein Beinbruch: "So wollte ich einfach mal etwas Neues ausprobieren. Ich bin sehr dankbar über die Hilfe von YouTube." Nun also der Wechsel zum Streaming-Dienst mit dem großen roten "N". "Ich bin gespannt auf Netflix, denn es ist für einen Journalisten unbezahlbar, auf der ganzen Welt gesehen zu werden", freut sich der Moderator über die neuen Möglichkeiten im Spätherbst seiner Karriere.

Bereits auf der Plattform YouTube war Deutschlands A-Prominenz zu Gast, mitunter auch die, die wie Helene Fischer ausgesprochen ungern Interviews geben. Warum solche Stars ausgerechnet ihm Rede und Antwort stehen? "Vielleicht, weil ich ein netter Kerl bin", lacht Elstner im teleschau-Interview. Ein Patentrezept für ein magisches Vieraugengespräch hat aber auch der Altmeister nicht parat: "Ich habe nie über Methoden nachgedacht. Ich bin, wie ich bin, und das scheint ja ganz gut zu klappen", erklärt er kurz und knapp.

"Meine Pläne für die Zeit nach dem Abschied werden gerade lebendig"

Natürlich ragen in so einer langen Interview-Karriere auch Gespräche heraus - positiv wie negativ. Besonders gerne erinnert sich Elstner an die Serie "Die stillen Stars", in der er "die Gelegenheit hatte, 138 Nobelpreisträger zu interviewen". In ganz schlechter Erinnerung behielt er hingegen ein Gespräch mit einem französischen Wirtschaftsminister, "der mich, obwohl ich ganz gut Französisch spreche, laufend auflaufen ließ", erinnert er sich. Die Show-Legende glaubt, der Politiker konnte ihn einfach nicht leiden.

Solche Interviews wird es in Zukunft nicht mehr geben. Wie geht es nun weiter, da der Vorhang fällt? "Meine Pläne für die Zeit nach diesem Abschied werden gerade lebendig", verrät die TV-Legende. Und wie ist es um das klassische Show-Format bestellt? "Ich weiß nur eins, es wird vieles kommen, womit heute keiner rechnet", ist sich Elstner sicher, dass die Zukunft die ein oder andere Überraschung bereithält.