Fünf Gesundheitsportale, die Ihnen seriöse Ratschläge geben

Der Weg zum Arzt ist weit, aber Sie möchten wissen, auf was Ihre Symptome hinweisen könnten? Schnell mal googeln ... Doch nicht alle Portale liefern auch verlässliche Informationen. Wir verraten Ihnen, wo Sie am besten nachschauen sollten.

Es geht Ihnen schlecht, aber nicht zu schlecht, Sie haben diffuse Symptome, aber zum Arzt möchten Sie auch nicht sofort gehen? Smartphone geschnappt, gegoogelt und: Aha! Das habe ich also. Äh, oder doch nicht?! Diese Websites halten wirklich gute Gesundheitsinfos für Sie bereit.

"Gesundheitsinformation.de"

www.gesundheitsinformation.de

Hinter der Website des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) steht eine 21-köpfige Redaktion, die 200 Gesundheitsthemen beackert. Der Veröffentlichung eines Themas gehen neun Monate Recherche voraus, die Qualität eines Textes wird mehrfach gecheckt, wie ein Mitarbeiter des IQWiG dem Deutschlandfunk sagte. Themen, die schon online sind, werden regelmäßig aktualisiert, also auf den neuesten Stand der Wissenschaft gebracht. Das IQWiG ist eine staatliche Institution und erfüllt mit der Website einen gesetzlichen Auftrag zur gesundheitlichen Aufklärung. Finanziert wird sie über Krankenversicherungsbeiträge.

"Netdoktor.de"

www.netdoktor.de

"Netdoktor.de" ist die meistbesuchte deutschsprachige Website zum Thema Gesundheit. Herausgeber ist die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, zu der auch der "Tagesspiegel", "Die Zeit" und das "Handelsblatt" gehören. Die Redaktion besteht aus Fachjournalisten, Medizinern und Biologen, die Texte sind gut lesbar und die Krankheiten nicht zu kurz abgehandelt. Die Zeitschrift "Ökotest" hat in einer Studie allerdings kritisiert, dass der Verlag damit werbe, Werbung anzubieten, die den redaktionellen Stil imitiere und deswegen eine "authentische Meinungsbildung" gewährleiste. Werbung also, die möglicherweise schwer von den redaktionellen Inhalten zu unterscheiden ist und Leser täuschen könnte.

"Patienten-Information.de"

www.patienten-information.de

Ganz ohne Werbung kommt das Angebot des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) aus, das vor rund 20 Jahren von der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ins Leben gerufen wurde. Als eines der wenigen Gesundheitsportale achtet es sehr auf Quellenangaben, nennt Studien und weiterführende Literatur. Allerdings sind einige Krankheiten etwas schwer zu finden, weil viele von ihnen (und die dazugehörigen Therapien) nicht in einzelnen Artikeln beschrieben werden, sondern zusammengefasst in Texten, wie zum Beispiel "Lebererkrankungen".

"Apotheken-Umschau.de"

www.apotheken-umschau.de

Sehr umfangreich und übersichtlich gegliedert ist das Online-Angebot der "Apotheken Umschau". Die Texte werden von Journalisten des Wort & Bild Verlags in Baierbrunn verfasst, die von Medizinern und Pharmazeuten beraten werden. "Ökotest" lobte in seiner Studie Richtigkeit, Vollständigkeit, Neutralität und Verständlichkeit der Informationen, sowie die große Medikamenten-Datenbank, die sogar die jeweiligen Beipackzettel der Arzneien enthält. Allerdings fehlten zu den Beiträgen Quellenangaben. Zudem gebe es auch hier Werbung, die nicht auf den ersten Blick von den redaktionellen Inhalten zu unterscheiden sei.

"Onmeda.de"

www.onmeda.de

Das ist auch bei "onmeda.de" so, einem Portal des Unternehmens Gofeminin. Dessen Muttergesellschaft hat als Hauptanteilseigner den Axel Springer Verlag, in der Redaktion arbeiten Journalisten, die sich von Medizinern beraten lassen. Eine Besonderheit dieser Website ist, dass sie viele Selbsttests (BMI-Rechner, Kalorienrechner, sogar einen Schönheits-OP-Selbsttest) und Spiele bereitstellt. Die Qualität der Gesundheitstexte leidet offenbar nicht unter dieser Themenvielfalt. Zumindest hat "Ökotest" in seiner Untersuchung keine gravierenden Mängel festgestellt. In puncto Aktualität hat "onmeda.de" aber - wie übrigens die meisten anderen Websites auch - Defizite. Wenn ein Artikel vor mehr als zwei Jahren geschrieben und seitdem nicht mehr aktualisiert wurde, sollte man die Infos auf jeden Fall noch einmal checken. Denn in zwei Jahren kann sich in der Medizin einiges ändern.

Letztlich ist die Diagnose beim Haus- oder Facharzt aber doch die zuverlässigste und durch Dr. Internet nicht zu ersetzen.