Gentleman: Darum fiel ihm das Texten auf Deutsch so schwer

Reggae-Fan Gentleman hat mit "Blaue Stunde" erstmals ein Album mit deutschen Songs veröffentlicht. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau erklärte er nun, warum das Texten auf Deutsch für ihn schwerer war als die Arbeit mit Englisch und Patois.

Songtexte in der Muttersprache verfassen: Man nimmt an, das würde einem Künstler leichter von der Hand gehen als die Arbeit mit Fremdsprachen. Nicht so bei Gentleman: Der in Osnabrück geborene Reggae-Fan hat mit "Blaue Stunde" erstmals ein deutschsprachiges Album veröffentlicht, und die Arbeit an den Songs fiel ihm schwerer als gedacht, wie er im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau verriet.

"Obwohl Deutsch ja meine Muttersprache ist, war es am Anfang gar nicht so einfach, einen Weg dahingehend zu finden, dass die Songs einen Flow und Soul haben", erklärt der 45-Jährige. "Deutschland ist geprägt von Dichtern und Denkern, Deutsch ist eine unfassbar schöne Sprache - aber ich musste da ganz viel aussieben." Hinter Patois, einer Kreolsprache mit englischen Wurzeln, habe er sich immer "ein bisschen verstecken" können. "Wenn man auf Deutsch singt, ist man auf einmal ganz nackig."

"Wichtig, dass ich eine emotionale Verbindung zu jedem Song habe"

Er habe deshalb auch immer wieder Songmaterial verworfen, wie Gentleman weiter erklärt: "Mein Problem war oft, dass ich am Anfang sehr euphorisch war, den Song aber nach drei Wochen nicht mehr mochte und wegwarf. Mir war wichtig, dass ich eine emotionale Verbindung zu jedem Song habe, denn die Leute spüren das." Die 16 Songs, die schließlich auf dem Album landeten, könne er nun aber "mit gutem Gewissen loslassen".

Im Interview erklärt der Musiker auch, wie es zu dem Sprachwechsel kam. Die Idee eines Albums auf Deutsch habe er demnach schon etwa zehn Jahre lang mit sich herumgetragen. "Ich fand nur irgendwie nie einen Anfang - bis ich vor dreieinhalb Jahren bei 'Sing meinen Song' mitmachte und einen Song von Mark Forster in der Reggae-Version coverte." Das positive Feedback habe ihn damals sehr "motiviert". Er sei ohnehin jemand, der gerne Neues ausprobiert, wie er weiter erzählt. "Ich glaube, wir sollten alle öfter unsere Komfortzone verlassen."