Gutgelaunter Melancholiker

HipHop, Soul und manchmal auch Pop: Der Bremer Flo Mega fühlt sich in vielen Genres zuhause und setzt auf seinem neuen Album "Bäms!" auf einen Mix aus Feelgood-Grooves und inhaltlicher Schwermut.

Er springt gerne zwischen den Genres hin und her, und erlaubt ist alles, was gut klingt: Schon seit seiner Kindheit ist Florian Bosum, wie Flo Mega bürgerlich heißt, begeisterter Musiker. Ob selbstgebautes Schlagzeug, Blockflöte oder Klavier: Der Rhythmus steckte ihm schon immer im Blut. 2011 erreichte der Bremer mit seinem Song "Zurück" den zweiten Platz beim Bundesvision Song Contest, direkt hinter Tim Bendzko. Auf seinem neuen Album "Bäms!" experimentiert Flo Mega einmal mehr mit vielfältigen Melodien und Texten, die oft auch im starken Kontrast zueinander stehen.

Anfangs konzentrierte er sich noch auf Rap und HipHop, dann wandte er sich zunehmend dem Soul zu. Flo Mega ist kein Musiker, der Grenzen zieht, vor allem nicht auf "Bäms!". Die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Chefboss, Das Bo, Wanja Janeva und Die Fantastischen Vier setzt starke Akzente in seiner ohnehin sehr abwechslungsreichen Musik. Man hört Elektrobeats, leicht zugängliche Pop-Klänge, Rap-Parts, Synthesizer - Flo Mega macht, was ihm gefällt.

Schon vorab erschien der schöne Pop-Ohrwurm "Niemand ist wie du", der mit ulkigen Zeilen wie "Ich küsse dein Schlüsselbein", "Es klingt, als regnete es M&Ms" und "Rote Lampen bekommen grünes Licht" punktet. In der zweiten Single "Bäm (Da Isser)" gibt sich Flo Mega dann als munterer Stimmungsmacher. Viele andere Songs auf "Bäms", etwa "Limbus Infernal", "F.U.N.K.", "Besoffen" und "Hollywood" folgen dem Muster: Flo Mega macht Musik zum Mitwippen.

Raum für Interpretationen

Daneben finden sich auf "Bäms!" aber auch klangvolle Pop-Balladen wie "1001 Stadt" und "Ferddich" sowie ruhigere, melodiöse Titel wie "Atomraketen", "Arschlochengel" oder "Original", die die weichere Seite des Soul-Sängers zeigen. Flo Mega schließt mit dem Song "SGHTMRGT" und macht damit deutlich: Es geht ihm gut. Diese Nachricht am Ende braucht der Zuhörer auch. Denn besonders auffallend sind nach wie vor die nachdenklichen, aber auch ideenreichen Texte des Musikers mit der Sonnenbrille. Egal ob es um die Liebe, die Wochentage, Hollywood oder Atomraketen geht: Ein genaues Hinhören lohnt sich.

"Sie war ein Arschloch, Arschlochengel, ohne dich wäre ich glücklich und blöd, ohne dich wäre ich ein Arschloch, denn ohne den Arschlochengel hätte ich niemals mein Leben umgedreht": Texte wie diese punkten nicht nur mit klarer Sprache und Kreativität, sondern lassen immer wieder auch Raum für Interpretationen. Texte wie diese sind interessant. Auch wenn manchmal schon stimmliche Vergleiche mit Künstlern wie Herbert Grönemeyer, Jan Delay oder Klaus Lage laut werden: Flo Mega zeigt auf der neuen Platte mehr denn je, dass er seinen ganz eigenen Stil hat, und den bringt er mit viel guter Laune zum Ausdruck, auch wenn der Text oft ernst oder melancholisch klingt.

Flo Mega - Niemand ist wie du