Herzinfarkt mit 77: Voodoo-Blues-Legende Dr. John ist tot

Mit seinen von Folklore geprägten Songs schrieb Dr. John Musikgeschichte. Nun ist der eigenwillige Künstler, der Stile wie Blues, Rock und Psychedelic miteinander vermischte, infolge eines Herzinfarkts verstorben.

Keiner kombinierte Blues, R'n'B und Psychedelic so wie er: Dr. John. Nun ist die Musik-Legende aus New Orleans, die sich zeitlebens von Voodoo und okkulter Mystik inspirieren ließ, laut übereinstimmenden Medienberichten im Alter von 77 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Dr. John, der eigentlich Malcolm John Rebennack hieß, war für seine musikalische Experimentierfreudigkeit bekannt, zu seinen bekanntesten Songs zählt der Chart-Hit "Right Place, Wrong Time".

Dr. Johns tiefe Verbundenheit zu seiner Heimatstadt im US-Bundesstaat Louisiana drückte sich beispielsweise in seinem gruselig anmutenden Debüt "Gris Gris" aus - die Folklore seiner Heimat fand darin besonderen Niederschlag. Insgesamt sechs Grammys konnte der Musiker im Laufe seiner Karriere für sich verbuchen, zudem erhielt er einen Platz in der Rock'n'Roll Hall of Fame.

Zu seinen musikalischen Meriten zählen unter anderem seine Kollaboration mit The Band - der Auftritt ist in Martin Scorceses Konzertfilm "The Last Waltz" (1978) dokumentiert. Außerdem jammte er gemeinsam mit den Rolling Stones auf deren Album "Exile on Main Street", doch auch mit Kollegen wie Earl King, Van Morrison und James Booker hatte er zusammengearbeitet. Bis in die späten 1980-er hinein war Dr. John stark heroinabhängig, erst mit Ende 40 gelang ihm der Absprung von der Droge. Zudem verlor er seinen linken Ringfinger bei einem Unfall mit einer Schusswaffe im Jahr 1961.

Seit rund anderthalb Jahren hatte sich Dr. John weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. In einer offiziellen Meldung zu seinem Tod betonte nun Rebennacks Familie, dass sie sich bei allen bedanke, "die seine einzigartige musikalische Reise begleitet" haben.