Horst Lichter: "Ich hatte eine Million Euro Miese"

Was "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter anpackt, wird dieser Tage zu Gold, so scheint's. Doch der Trödel-Fan und TV-Koch hat auch ganz andere Zeiten erlebt, wie er in einer Talkshow ausführte.

"Bares für Rares", heißt seine Trödelshow, die im Nachmittagsprogramm des ZDF erfolgreich ist wie derzeit keine andere. Mit Geld, sollte man meinen, kennt sich der Star-Moderator ähnlich gut aus wie mit Antiquitäten. Doch in den 90er-Jahren steckte der als TV-Koch bekannt gewordene Schnauzbartträger knietief in den roten Zahlen. Das gestand der 57-Jährige nun offen und erstaunlich detailreich in einer TV-Talkshow.

Zum Verhängnis wurde Lichter sein erstes eigenes Lokal, die Oldiethek. Das Restaurant sei zwar "super gelaufen". Nachdem ihn aber seine zweite Ehefrau verlassen habe, die sich um die Buchhaltung gekümmert hatte, kam ein böses Erwachen: "Dann kam heraus, dass ich nicht nur hoch, sondern extrem verschuldet bin", erläuterte Lichter dem SAT.1-Moderator Simon Beeck in der Sendung "Dinner Party". "Auf Deutsch: Ich war komplett bankrott. Ich hatte eine Million Euro Miese." Die Banken hätten Druck gemacht. "Da geht's dir halt mal richtig scheiße."

Auf die Beine habe ihm in den folgenden Jahren seine heutige Ehefrau Nada geholfen. Lichter gerührt: "Als sie mitbekam, was los war, sagte sie: 'Hör zu, ich habe was gespart, ich gebe dir jetzt all mein Geld." Nach zehn bis 15 Jahren sei man endlich schuldenfrei gewesen. "In der Zeit hat man aber auch alles, was reinkam, direkt wieder abgegeben."

Horst Lichters Vita ist geprägt von etlichen Höhen und Tiefen. Als Kind erlitt er einen Wirbelbruch. In seinen Zwanzigern folgten zwei Schlaganfälle und ein Herzinfarkt. Eines seiner drei Kinder starb am plötzlichen Kindstod. Umso dankbarer ist der preisgekrönte Moderator, dass er seit vielen Jahren schon auf einer beruflichen Erfolgswelle reitet. "Ich hab nur eine Hoffnung: Es darf noch ein bisschen so bleiben."