"Ich esse mittlerweile vegetarisch": Warum Veronica Ferres einiges in ihrem Leben verändert hat

Am 19. Februar, als weite Teile der Welt noch nichts von Corona ahnte, äußerte sich Veronica Ferres im Interview zum ARD-Film "Meister des Todes 2" fast schon prophetisch zum Thema unseres überhitzten, aus den Fugen geratenen Lebens. Was muss unbedingt anders werden?

Am 19. Februar, als weite Teile der Welt noch nichts von Corona ahnte, äußerte sich Veronica Ferres im Interview zum ARD-Film "Meister des Todes 2" fast schon prophetisch zum Thema unseres überhitzten, aus den Fugen geratenen Lebens. Was muss unbedingt anders werden?

Im ARD-Film "Meister des Todes 2" (Mittwoch, 1. April, 20.15 Uhr) spielt Veronica Ferres die Frau eines deutschen Waffenexporteurs, die ihr Unbehagen zwischen eigenem Wohlstandsleben und dem Leid, das sie - indirekt - anderen zufügt, nur noch in Fässern von Alkohol ertränken kann. Ferres, selbst seit Jahrzehnten Teil der deutschen Promi-Szene und des "Jet Sets", machte sich schon von vor Corona verstärkt Gedanken darüber, was dringend anders werden muss, denn ihr Interview zum Film fand bereits am 19. Februar statt.

Trotzdem fand sie im Gespräch mit der Agentur teleschau fast schon prophetische Worte: "Viele betäuben sich mit der Schnelllebigkeit des Lebens. Ständige Kommunikation, Internet, soziale Medien. Viele Menschen müssen heute auch mehr und härter arbeiten mehr als früher. Wir haben kaum Zeit zum Nachdenken, das entfernt uns zusätzlich von uns selbst. Das Innehalten kommt zu kurz. Früher kümmerten wir uns vor allem um unser Umfeld. Mittlerweile denken wir nur noch global und in real time."

Doch was könnte man, sollte ein "normaleres" Leben wieder zu uns zurückkehren, dagegen tun? Ferres hatte sich schon vor der Krise Langsamkeit verordnet. Sie schottete sich ab, beantwortete während einer Arbeitsphase schon mal mehrere Wochen keine E-Mails. Stattdessen möchte sich die 54-Jährige in Sachen Menschlichkeit engagieren. Nicht nur gegen die Waffenlobby, sondern auch an privater Front.

Reaktion auf Klimakrise: Ferres lebt vegetarisch

"Ich versuche in erster Linie, eine gute Mutter zu sein. Es ist für mich das, was man für immer hinterlässt", erklärt die Schauspielerin. "Ich sehe mich ständig vor drei spannenden Herausforderungen - mit einem biologischen und zwei angenommenen Kindern. Außerdem versuche ich, jeden Tag mit Freude an das heranzugehen, was ich als Aufgabe habe. Dazu gehört für mich, jedem Menschen mit Offenheit zu begegnen und von jedem etwas Gutes zu erwarten. Dieser Weg ist oft schmerzhaft, aber ich möchte es nicht anders haben."

Auch in Sachen Ernährung, so Veronica Ferres im teleschau-Interview, habe sie im Zuge der Klimakrise ihr Leben umgestellt: "Ich esse mittlerweile vegetarisch. Einer meiner Söhne lebt vegan - und es ist nicht an mir vorbeigegangen, warum er das tut. Unsere Kinder reden uns heute ins Gewissen. Die Zusammenhänge zwischen Massentierhaltung und CO2-Produktion liegen auf der Hand. Wir beschädigen das Klima massiv, wenn wir viel Fleisch essen. Auch das ist eine Wahrheit, mit der wir klarkommen oder unser Leben ändern müssen. Ich fühle mich gut - es ist ein erster kleiner Schritt." Weil sie im Zuge ihres Jobs als Schauspielerin viel zu oft mit dem Flugzeug unterwegs war, was leider unvermeidbar sei, zahle sie zudem "am Ende eines jeden Jahres meine CO2-Schuld, indem ich Bäume pflanzen lasse".