"Ich höre ein Wispern von 1920": Caroline Peters ist die Buhlschaft im "Jedermann"

Seit 100 Jahren wird Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen aufgeführt. In seinem Jubiläumsjahr wird Schauspielerin Caroline Peters zu "Jahrhundert-Buhlschaft".

Seit 1920 wird das Stück "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal bei den Salzburger Festspielen aufgeführt. Und auch 2020 soll das Stück gespielt werden - zum bereits 100. Mal. Burgschauspielerin Caroline Peters ("Mord mit Aussicht", "Der Vorname") übernimmt im Jubiläumsjahr die Rolle der Buhlschaft - und freut sich ganz besonders auf die Premiere, die am Samstag, 1. August, 21.00 Uhr, stattfindet.

"Für mich liegt der Reiz des 'Jedermann'-Abenteuers in der gesamten Geschichte", ließ sich die 48-Jährige zitieren. "Dass seit 100 Jahren jedes Jahr Zuschauer dafür zusammenkommen, fasziniert mich."

Im Stück geht es um einen sterbenden, geläuterten Mann. Die Buhlschaft soll dabei den Gegenpart übernehmen und das blühende Leben personifizieren. Im Dezember 1911 wurde das Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal in Berlin uraufgeführt, die Regie übernahm Max Reinhardt. Die Salzburger Festspiele wurden von Reinhardt und von Hofmannsthal ins Leben gerufen. "Dass Max Reinhardt 1920 etwas in Gang gesetzt hat, an dem ich heute direkt teilhaben kann, ist erstaunlich", so die Caroline Peters.

Vor allem kann die Schauspielerin auch Parallelen ziehen zur aktuellen Corona-Pandemie. "Auch bin ich mir der Aktualität des Stoffes und der historischen Parallelen zur Pandemie der Spanischen Grippe (1918 - 1920) sehr bewusst. Es ist wie Stille Post: Ich höre ein Wispern von 1920, ich wiederhole das Gehörte und füge unwillkürlich etwas hinzu und flüstere das weiter", erklärt Peters. "Ich bin gespannt, wie sehr uns das Verständnis der verwirrenden Gegenwart durch diese geschichtsträchtige Vergangenheit gelingt."