Kanye West veröffentlicht ersten Wahl-Werbespot: "Die Nation, die sich Gott gewünscht hat"

Kanye for president? Die Kandidatur von Rapper Kanye West für das Amt des US-Präsidenten ist eine bizarre Angelegenheit. Nun veröffentlichte der Musiker seinen ersten eigenen Wahlwerbespot auf Twitter, in dem Religion ganz groß geschrieben wird.

Nicht mehr lange, und die ganze Welt schaut gebannt Richtung USA: Am 3. November stehen Amtsinhaber Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden zur Präsidentschaftswahl. Auch ein dritter vermeintlicher Kandidat würde offenbar gerne noch ein Wörtchen im Kampf ums Weiße Haus mitreden: Rapper Kanye West präsentierte nun auf Twitter seinen eigenen Wahlwerbespot - und seine Vision für ein besseres Amerika. "Was ist Amerikas Schicksal? Was ist am besten für unsere Nation, unser Volk? Was ist wahre Gerechtigkeit?", fragt der Musiker darin zu Beginn. Die zugehörigen Antworten sucht der 43-Jährige in der Religion - die knapp eineinhalb Minuten stecken voller christlicher Sprache und Symbolik.

"Um unseren Traum zu leben, müssen wir eine Vision haben", mahnt der gläubige Rapper, der sich heroisch vor einer wehenden US-Flagge präsentiert. "Wir als Volk werden das Bekenntnis unserer Nation zum Glauben wiederbeleben", ist sich der Ehemann von Kim Kardashian sicher. Wie der Präsidentschafts-Anwärter das bewerkstelligen will? "Durch das Gebet kann der Glaube wiederhergestellt werden." Neben dem Gebet preist West auch die amerikanische Familie als Grundpfeiler der Gesellschaft.

Rechnerisch ein aussichtsloser Kampf

Neben den vielen verwendeten religiösen Vokabeln weisen auch die dargestellten Szenen darauf hin, dass der Rapper im Christentum den richtigen Weg für Amerika sieht. So sieht man beispielsweise einen Mann, der sich am Esstisch bekreuzigt sowie eine aufgeschlagene Bibel. "Wir sind nicht nur ein Signal für die Welt, wir sollten einander dienen. Uns gegenseitig ermutigen, uns gegenseitig helfen, uns gegenseitig fördern", fordert Kanye West von seinen Mitbürgern. Zum Ende des Videos stellt er erneut klar: "Wenn wir uns dem Glauben zuwenden, werden wir die Art von Nation sein, die Art von Menschen, die sich Gott von uns gewünscht hat."

Wie ernst der 43-Jährige seine Kandidatur nimmt, die er in vielen teils widersprüchlichen Tweets und Statements angekündigt hatte - bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat South Carolina brach er gar in Tränen aus - ist nicht klar ersichtlich. Rein rechnerisch ist die Wahl des Musikers, der unter einer bipolaren Störung leiden soll, jedenfalls unmöglich: Da sich der einst glühende Trump-Anhänger zu spät für das Amt bewarb, findet man seinen Namen auf den wenigsten Kandidatenlisten der 50 US-Bundesstaaten. Seinen Anhängern riet West deshalb mehrfach über Social Media, seinen Namen doch einfach händisch auf den Wahlzettel zu schreiben.