Kult-Händler Ludwig "Lucki" Hofmaier: Darum stand er kopfüber vor dem Papst

Spätestens seit seinem Engagement in der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" kennt Ludwig Hofmaier ganz TV-Deutschland. Dabei hat der 77-Jährige noch ein ganz anderes Talent - und das ist durchaus ungewöhnlich.

Farbenfrohe Hemden, bayerische Lebensfreude und immer ein lobendes Wort für die Exponate übrig: So kennen die Zuschauer der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" den Händler Ludwig Hofmaier. Dass es der 77-Jährige aber auch schon lange vor seiner TV-Karriere bei der kultigen Nachmittagssendung zu einer kleinen Berühmtheit gebracht hat, liegt an einem außergewöhlichen sportlichen Talent des 1,55 Meter großen Niederbayern. Deswegen stand er sogar kopfüber vor dem Papst!

Aber der Reihe nach: Hofmaier war einst Profiturner und holte sich unter anderem den Bayerischen und den Deutschen Meistertitel. Doch das war ihm lange nicht genug, wie sich der Aniquitätenhändler im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau erinnert. "Ich hatte in der Zeitung gelesen, dass jemand eine weite Strecke auf Händen gelaufen ist. Ich war 24 und dachte: Ludwig, das kannst du auch!" Gesagt, getan: Lucki wanderte schließlich kopfüber von Regensburg nach München: Die 132 Kilometer lange Strecke bedeutete Weltrekord. Hofmaier wollte mit der Unterstützung seiner Freunde aber noch höher hinaus: "Mein Stammtisch hat mir Mut gemacht. Wir haben um 15.000 Mark gewettet, dass ich von Regensburg bis Rom auf Händen laufe. 1.070 Kilometer, durch die Alpen, über den Brenner."

Besondere Audienz beim Papst

Unter großem Medieninteresse machte er sich auf den Weg und traf drei Monate später sogar auf den damaligen Papst, um den er kopfüber eine Runde drehte: "Die Schweizer Garde hat mich reingelassen, die Tür aufgemacht und plötzlich stand ich vor Papst Paul VI. Ich habe seinen Ring geküsst, und er hat mich gesegnet." Nach der ungewöhnlichen Begegnung mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche ging Ludwig Hofmaier als "Handstand-Lucki" in die Annalen ein.

Übrigens: Schon ein Jahr davor hatte der passionierte Sportler im Filmbusiness mit seinem Talent für Aufsehen gesorgt. In Wendl Sorgends Kurzfilm "Play Harlekin" turnte der heutige "Bares für Rares"-Publikumsliebling 1966 auf Händen über die Dächer von Regensburg - und das ganz ohne Sicherung. Mit der Artistenlaufbahn wurde es anschließend aber nichts, weil sich Hofmaier lieber als Gastronom versuchte. Seine heutige Tätigkeit als Antiquitätenhändler startete Lucki schließlich Anfang der 70er-Jahre in Offenburg.