Liebe die Party!

Seit mittlerweile zwölf Jahren befeuern Royal Republic die Öfen des Rock'n' Roll mit ihren Gitarrenriffs. Pünktlich zum Festivalsommer veröffentlichen die Schweden nun ihr neues Album "Club Majesty".

Durch eine Tour mit den Donots, als Vorgruppe der Toten Hosen und auf den Bühnen von Rock-Festivals erspielten sich die schwedischen Gitarrenliebhaber von Royal Republic in den vergangenen Jahren ein hohes Ansehen beim deutschen Publikum. Keine Minute dauert es, bis das Tanzbein auch auf ihrem fünften Album automatisch anfängt, in alle Richtungen zu schwingen. "You can't fight the disco", singt Adam Grahn: Auf "Club Majesty" befinden sich die Schweden mehr denn je im Partymodus.

Die E-Gitarre ist bei Royal Republic nicht nur für Melodien und Riffs verantwortlich, sondern gleichberechtigter Hauptdarsteller neben Grahns selbstbewusstem Gesang. Der Song "Like A Lover" klingt mit seinem verschleppten Tempo und viel Sex-Appeal nach einem unehelichem Kind von Franz Ferdinand und den Arctic Monkeys. Hätten One Republic ein Tinderprofil, wäre ihr Lieblingssong "I Love Rock'n'Roll" und sie würden mit hochgezogenen Augenbraun in die Kamera grinsen.

Bei so unterhaltsamer Musik, wie man sie auf "Club Majesty" hört, fällt das Schulenglisch im ersten Moment kaum ins Gewicht. Hat man die Haus-Maus-Reime aber einmal bemerkt, so fällt es schwer, diese in den Body-and-Soul-and-Love-Songs zu ignorieren. Immerhin haben die wenig komplexen Texte den Vorteil, dass selbst der beschwippsteste Rockabilly bei jedem Stück mitsingen kann. Hier geht es ohnehin mehr um die Party, um Tanz, um eine verdammtnochmal gute Zeit!

Musik zum Schwitzen

Royal Republic tun auch gar nicht so, als würden sie das Rad neu erfinden. In "Flower Power Madness" ist Adam Grahn mehr Elvis-Presley-Imitator als einzigartiger Interpret - aha, aha! In "Anna-Leigh" wird dann die Kopfstimme für den obligatorischen Song mit Frauenvornamen im Titel rausgeholt. Aber: Stillstand gibt es auf diesem Album zu keinem Zeitpunkt. Die Gitarren laufen heiß, bis sie glühen, und so beheizen sie echte Musik zum Schwitzen. Doch während man sich am Anfang noch gerne vom Esprit dieser Songs anstecken lässt, ermüdet "Club Majesty" über die Gesamtlänge des Albums zunehmend.

Unterm Strich hört man auf "Club Majesty" vor allem Musik für aufgewärmte Körper und den Staub vor den Festivalbühnen. Das alles ist weder neu, aber eben auch nicht sonderlich ernst gemeint. Es geht Royal Republic allein um den Spaß, und der kommt auf dieser Platte definitiv nicht zu kurz.

Royal Republic - Anna-Leigh