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Nahtoderfahrung als Kind: Manuel Cortez über die Auslöser seiner Panikattacken

Seit vielen Jahren leidet der Schauspieler Manuel Cortez an Panikattacken. Worin er die Auslöser sieht, verriet er nun in einem Instagramvideo.

Im Fernsehen kennt man ihn als Frohnatur: Ob bei "Let's Dance" oder bei "Promi Shopping Queen" - der Schauspieler Manuel Cortez sorgt fast immer für gute Laune. Doch privat wird der 41-Jährige seit Jahren von Angststörungen verfolgt. Welche Auslöser es dafür gab, erzählte er nun in einem emotionalen einstündigem Instagramvideo.

"Die Panikattacken kamen bei mir aus mehreren Erfahrungen", erklärte er darin. "Eine davon [...] war eine Nahtoderfahrung als Kind, in der ich fast ertrunken wäre". Er sei damals in einen Pool gesprungen, habe aber vergessen, zuvor seine Schwimmflügel anzuziehen. Als er dann untergegangen sei, habe zunächst niemand reagiert: "Vielleicht haben es die Leute auch nicht so richtig gemerkt", überlegte er. Unter Wasser habe er am Zeh eines anderen Badegastes gezogen, der ihn dann rauszog. Danach sei Cortez weggelaufen und habe sich versteckt, weil er Angst hatte, Ärger zu bekommen. Dieses Ereignis beschäftige ihn, neben einer weiteren traumatischen Erfahrung aus seiner Kindheit, bis heute. Allerdings hätte er selbst sich nicht mehr daran erinnern können. Erst mithilfe einer Hypnose sei die Erinnerung zurückgekommen.

"Ich sollte abgetrieben werden"

Doch traumatische Erlebnisse waren nicht die einzigen Auslöser für seine Panikattacken. Ein Hauptthema sei auch das Gefühl von Verlust gewesen: "Der Verlust, die Ablehnung, der Kampf, den ich schon im Mutterleib führen musste für mein eigenes Leben." Er sei einer sehr großen Ablehnung begegnet, die schon mit seiner Zeugung begann: "Ich sollte abgetrieben werden", erklärt Cortez. Außer seiner Mutter seien alle Familienmitglieder, von den Großeltern bis zu seinem Vater, gegen seine Geburt gewesen. "Meine Mutter hat sich dann massiv dafür eingesetzt, dass ich auf diese Welt komme." Doch auch nach seiner Geburt musste sich Cortez weiter durchs Leben kämpfen. Sein Vater habe ihn lange nicht akzeptiert, obwohl er ihm wie aus dem Gesicht geschnitten gewesen sei.

Später habe Cortez dann als verhaltensgestört gegolten und sollte auf eine Sonderschule geschickt werden, was seine Mutter nur mühsam verhindern konnte. Doch selbst an der Grundschule in Freiburg habe er es als einziges Ausländerkind nicht leicht gehabt, erinnert sich der Deutsch-Portugiese. "Dieses Gefühl, nie dazuzugehören, immer abgelehnt zu werden, hatte einen starken Impact auf mein Leben: dass ich immer kämpfen muss, dass ich mich beweisen muss, dass ich für alles entweder nicht gut genug bin oder nicht reinpasse." Als seine Mutter dann zweimal an Krebs erkrankte, habe er irgendwann aufgehört zu lachen und zu spielen. Im Alter von 25 Jahren ereilte ihn dann die erste Panikattacke, zahlreiche weitere folgten.

Inzwischen hat Cortez nach eigener Aussage Wege gefunden, mit seiner Angst umzugehen. Unter anderem beschäftigt er sich mittlerweile mit Hypnose.