Politisches Statement: Berühmter Plattenladen verbannt Morrissey-Alben

Einer der ältesten Plattenläden der Welt hat die Alben des britischen Musikers Morrissey aus den Regalen verbannt. Man reagiere damit auf die politische Haltung des ehemaligen Frontmanns von The Smiths, der unter anderem rechte Parteien unterstützt.

Einer der ältesten und bekanntesten Plattenläden der Welt verkauft keine Alben von Morrissey mehr. Man habe sich dazu entschieden, die Platten des ehemaligen The-Smiths-Sängers aus den Regalen des legendären "Spillers" im walisischen Cardiff zu verbannen, so der Inhaber Ashli Todd. "Ich wünschte nur, ich hätte es früher getan", sagte er dem "Guardian". Der Grund für die Maßnahme liegt in Morrisseys politischer Haltung: Nachdem der Musiker offen die rechtsextreme Partei For Britain unterstützt und sogar in Jimmy Fallons "Tonight Show" im US-TV einen Partei-Anstecker trug, war es den Besitzern des 1894 gegründeten Plattenshops genug.

"Ich bin traurig, aber letztendlich nicht überrascht", erklärte der Ladenbesitzer Ashli Todd. Morrissey war in den letzten Jahren nach einer Reihe von Bemerkungen und durch seine Unterstützung der extremen Rechten zur umstrittenen Figur geworden. So beklagte er etwa gegenüber dem "NME" schon vor Jahren, dass durch "den Zustrom nach England die britische Identität verschwindet". Berlin nannte er im Kontext der Flüchtlingskrise "Vergewaltigerhauptstadt". Zuletzt hatte ihm die Partei For Britain für die Unterstützung gedankt.

Ungeachtet der Debatten um seine Person veröffentlicht der legendäre Musiker, der am Mittwoch sein 60. Lebensjahr vollendete, am Freitag, 24.5., sein neues Soloalbum "California Son", auf dem er andere große Künstler interpretiert. Darunter finden sich auch Coverversionen bürgerrechtsbewegter Protestsongs von Bob Dylan und Phil Ochs. Den Vorwurf des Rassismus hat Morrissey stets zurückgewiesen.