Rammstein feiern Rammstein: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Rammstein, Britney Spears, Haiyti, Yungblud, Peter Schilling: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Die neue Mega-Tour in Europa konnte in diesem Jahr nicht gespielt werden und musste (vorerst) in den Sommer 2021 verschoben werden, aber untätig waren Rammstein nicht. Die Band um Till Lindemann hat die Auszeit genutzt, um in den Kalender zu schauen, und dabei gesehen: Das Debütalbum "Herzeleid" ist nun 25 Jahre alt. Zur Feier des Jubiläums (und wahrscheinlich auch, um die Fans bei Laune zu halten) erscheint nun eine "XXV Anniversary Edition". Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Britney Spears, Haiyti, Yungblud und Peter Schilling.

Rammstein - Herzeleid (XXV Anniversary Edition)

Es war damals alles noch etwas weniger geschliffen, alles etwas kleiner, aber die Flammen schlugen trotzdem schon aus sämtlichen Öffnungen. Viele Fans sind bis heute der Meinung: Dieses Album hier war ihr bestes. 25 Jahre liegt die Veröffentlichung des Rammstein-Debüts "Herzeleid" inzwischen zurück. Zum Jubiläum gibt es nun eine klanglich aufpolierte "XXV Anniversary Edition" dieser wunderbar brachialen Platte, mit der 1995 alles begann.

Die elf Songs, unter denen sich Klassiker wie "Asche zu Asche", "Du riechst so gut" und "Heirate mich" finden, sollen in der Remaster-Version dramatischer und sauberer klingen als vor 25 Jahren, wurde vorab erklärt. Bonus-Songs gibt es nicht, dafür aber einen hübschen Schuber und bislang unveröffentlichte Fotos. Wichtige Info für Fans und Sammler: Die auf CD und Vinyl erhältliche "Herzeleid"-Neuauflage ist limitiert.

Britney Spears - Swimming In The Stars

Noch viel älter als Rammsteins "Herzeleid"-Album ist Britney Spears. Die einstige Pop-Prinzessin feierte gerade ihren 39. Geburtstag und nutzte die Gelegenheit, um ihre Fans (oder sich selbst?) mal wieder mit neuer Musik zu beschenken. "Swimming In The Stars" heißt die Single, in der sich Dreampop-Britney mit ganz viel Glitzerstaub ins Sternenmeer träumt.

Allerdings, so richtig gezündet hat der Song bei den Fans wohl nicht. Nur knapp über eine halbe Million Klicks waren es bei YouTube nach immerhin zwei Tagen, das schaffen heutige Pop-Sternchen wie Billie Eilish oder Taylor Swift in 20 Minuten. Statt die Musik zu hören, beschäftigen sich die Britney-Anhänger wohl lieber mit anderen Dingen. Zuletzt, so liest man in den Kommentarspalten, soll Frau Spears manche Outfits zweimal getragen haben. Was ist da los, Britney?

Haiyti - Influencer

"Mama, tut mir leid, ich bin zu real", singt sie, und: "Komme nicht nach Hause, ich häng' wieder mit den Bad Boys". Nein, Haiyti ist wahrlich kein braves Mädchen, vielmehr ist sie eine Herumtreiberin, die den Jungs zeigt, dass auch sie dicke Eier hat. Trotzdem kann Mama stolz sein, denn diese schiefe Bahn, auf der Trap-Queen Haiyti sich bewegt, ist eigentlich genau die richtige.

Nachdem Haiyti erst im Juli ihr Album "Sui Sui" veröffentlicht hatte, legt sie jetzt mit "Influencer" nach, und was die Vorab-Singles andeuteten, bestätigt sich: Haiyti ist wieder etwas härter unterwegs als zuletzt. Es prasseln viele Punchlines, da ist viel Dreck und noch mehr nasskalte Hamburger Straßenluft. Aber eben auch viel Lust am Leben, viel Selbstreflexion, und um wirklich mal richtig auf die Schnauze zu fallen, ist Haiyti sowieso viel zu clever. Also Mama, mach dir keine Sorgen!

Yungblud - Weird!

Ziemlich "clever" ist auch Yungblud. Statt irgendwo in der Peripherie den Punk zu feiern, wo es niemand hört, infiltriert der Brite den Pop und besudelt das Alles-immer-sauber-System von innen. Er hat die Haare nicht schön, die Schminke und den ganzen Rest auch nicht, und trotzdem gehört der 23-Jährige inzwischen zu den angesagtesten Nachwuchskünstlern im Mainstream. Halsey, Marshmello, Machine Gun Kelly: Sie alle sind Fans und haben schon mit Yungblud gearbeitet.

Was ihn erfolgreich und interessant macht, findet sich nun auch auf dem neuen Album "Weird!". Man hört "Anders ist okay"-Botschaften, aufgekratzten Gesang und manchmal auch Geschrei, aber das alles ist gefasst in einem eher konventionellen Rock- und Punk-Sound, der auch Fans von Lana Del Rey oder Lady Gaga nicht überfordern würde. Dazu dann die vielen schrillen Videos, in denen "Psychotic Kid" Yungblud sich immer wieder mit großem Aufwand als Misfit inszeniert: Fertig ist der Pop-Freak, den irgendwie jeder gut finden kann.

Peter Schilling - Mechanik meines Herzens

"Vööööllig losgelöst von der Erde": Natürlich denkt man auch heute noch sofort an "Major Tom (völlig losgelöst)", wenn man den Namen Peter Schilling hört. Und natürlich tut man ihm Unrecht, wenn man ihn nur auf diesen einen NDW-Hit reduziert. Weil da eben noch mehr war, die Kinderbuchreihe "Der kleine Major Tom" zum Beispiel. Oder eben die Musik, die nach den 80-ern kam und immer noch kommt. Kurz vor seinem 65. Geburtstag am 28. Januar steht Peter Schilling vor der Veröffentlichung seines elften Studioalbums ("Vis Visa", 15. Januar).

Einen ersten Vorboten kann man jetzt schon hören. Die Single "Mechanik meines Herzens" erzählt von Leistungsdruck, vom Kaputtgehen und vom Reparieren: "Wenn ich nicht mehr funktonier', ich mich in meinen Teilen verlier', kennst nur du die Mechanik meines Herzens", singt Schilling mit extrem verzerrter Roboterstimme zu einem wummernden Synthie-Beat. Die groben Koordinaten: irgendwo zwischen Science-Fiction und Pop, zwischen Synthetik und Sehnsucht. Man stellt fest: Ja, da ist immer noch ein Künstler mit einer starken Vision und guten Ideen.