Rapperin dreht ihr neues Musikvideo in der "Strache"-Villa

Die Rapperin Haiyti hat sich für das Musikvideo zu ihrem neuen Song "Coco Chanel" etwas Besonderes einfallen lassen: Sie drehte es in der gleichen Villa, in der auch das "Ibiza-Video" mit Heinz-Christian Strache entstand.

Wer das neue Musikvideo der deutschen Rapperin Haiyti sieht, könnte Teile daraus erkennen. Denn das Video wurde in derselben Villa gedreht wie das "Ibiza-Video" mit dem ehemaligen FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

"Haiyti wollte zu ihrem Song 'Coco Chanel' ein klassisches Rap-Video drehen, in dem Reichtum protzig zur Schau gestellt wird", erklärte der Hamburger Künstler Paul Spengemann gegenüber dem "Spiegel" und machte damit deutlich, dass es sich um kein Satire-Video handele. Die Villa mit den Energydrinks und dem Wodka in Eiskübeln auf dem Tisch schienen als Kulisse einfach gut geeignet zu sein. "Das perfekte Hip-Hop-Setting", fand Spengemann.

Der Song war noch vor der Strache-Affäre entstanden, das Video erst danach. Daher nimmt es zum Teil Bezug zu dem "Ibiza-Video", wie zum Beispiel mit den drapierten Getränken, dem Tisch und dem Sofa. Dazu konnte die 26-Jährige passend zum Thema recht protzig posen - mit dem teuren Alkohol oder auch mit ihren noblen Label-Klamotten.

Politischer Skandal

Das sechsstündige Ursprungs-Video mit Heinz-Christian Strache hatte im Mai zu einem politischen Skandal in Österreich geführt. Der Vizekanzler war mit dem Nationalratsabgeordneten Johann Gudenus und einer angeblichen Nichte eines russischen Oligarchen zu sehen. Es ging darin um Themen wie Korruption, Parteienfinanzierung und Medienkontrolle. Am 17. Mai stellten "Spiegel Online", "Süddeutsche.de" und die österreichische Seite "falter.at" Auszüge des Videos online. Beide Politiker traten unverzüglich von ihren Ämtern zurück.

Die Rapperin Haiyti hatte ihr jüngstes Album "Perroquet" am 7. Juni veröffentlicht.