"Stimme als Prominenter mehr gebrauchen": Was sich Harald Krassnitzer vorgenommen hat

"Mir ist klar geworden, dass ich einen Großteil meines Lebens aus dem Vollen schöpfen konnte, ohne mir Gedanken zu machen, was die Zukunft der Welt angeht": Der Schauspieler Harald Krassnitzer wird am 10. September 60 Jahre alt. Künftig will er ein paar Dinge anders angehen, verriet er jetzt im Interview.

Der "Tatort" schlägt sogar König Fußball: 8,26 Millionen Zuschauer sahen am Sonntag im Ersten "Pumpen", die erste "Tatort"-Folge nach der Corona-bedingten XXL-Sommerpause. - Das im Zweiten live übertragene Länderspiel der Löw-Truppe gegen die Schweiz verfolgten nur 6,51 Millionen Zuschauer. Das "Tatort"-Comeback war ein großer Erfolg - auch für den Schauspieler Harald Krassnitzer, der den Wiener Sonderermittler Moritz Eisner bereits seit 21 Jahren verkörpert. Was die vielen Zuschauer am Sonntagabend nebenbei staunend zur Kenntnis nahmen: Eisner machte im neuen "Tatort" auf gesund: Er trank Wasser statt Wein und ernährte sich auf einmal augenscheinlich bewusst. Doch "wer weiß, für wie lange", relativierte der Schauspieler Harald Krassnitzer, der jam 10. September das 60. Lebensjahr vollendet, nun im Interview mit der Agentur teleschau und verwies auf "die Phasen älterer Männer".

Krassnitzer sieht dem Älterwerden einerseits gelassen, andererseits mit einem klaren Vorsatz entgegen: "Ich will mich nicht fragen, was war, sondern wie ich mich die nächsten so Gott will 40 Jahre sinnvoll für diese Gesellschaft einbringen kann", erklärte er im teleschau-Gespräch. Er habe sich vorgenommen, "alles dafür zu tun, dass auch die nächste und die übernächste Generation ein Leben führen kann, wie ich es genießen durfte: in Freiheit und ohne Angst vor dem Weltuntergang", bekannte der Österreicher, der mit seiner Frau, der deutschen Schauspielerin Ann-Kathrin Kramer, überwiegend in Wuppertal, im Bergischen Land, lebt. Vor allem, so Krassntizer, "will ich meine Stimme als Prominenter mehr gebrauchen".

"Schaue eigentlich nie zurück"

Als Krassnitzer in dem Interview anlässlich seines bevorstehenden runden Geburtstags gefragt wurde, wie er auf seinen Lebensweg zurückblicke, fiel die Antwort vielsagend aus: Er schaue "eigentlich nie zurück", betonte der Schauspieler. "Und aus Geburtstagen habe ich mir nie etwas gemacht. Ich feierte sie meistens nicht mal." Krassnitzer hat sich zuletzt "mit großer Freude" in seiner österreichischen Heimat für das sogenannte Klimavolksbegehren engagiert - eine Zeit, aus der er offenbar einiges für sich mitnahm. "Ich durfte viele wahnsinnig kluge, energievolle junge Menschen kennenlernen, die sich für ihre Zukunft einsetzen", schwärmte er gegenüber teleschau. "Der Anspruch und der Willen, die Gesellschaft zu gestalten, hat mich tief beeindruckt und mir nachhaltig die Augen geöffnet: Mir ist klar geworden, dass ich einen Großteil meines Lebens aus dem Vollen schöpfen konnte, ohne mir Gedanken zu machen, was die Zukunft der Welt angeht."

Er werde sich künftig für die Belange nachfolgender Generationen stark machen, betonte der "Tatort"-Star, der findet, dass den Jungen bei politischen Entscheidungen von Tragweite mehr Gehör geschenkt werden muss: "Die jungen Leute gehören mit an den Tisch - und nicht immer nur wir alten, weißen Säcke." Die "alten Säcke" nahm Krassnitzer daraufhin zwar schnell wieder zurück, doch er blieb im Tenor standhaft: "Es ist Fakt: Wir Älteren werden das jetzt noch irgendwie herumbringen, werden wohl auch noch von unserer Pension leben können. Das können die Kids eines Tages sicherlich nicht mehr. Also sollten wir sie, verdammt noch mal, auch mitentscheiden lassen, wenn es um die Gesellschaft und die Welt von morgen geht. Das gehört für mich zu den demokratischen Spielregeln."

Party? "Das ist over!"

Er selbst blicke dem Alter mit großer Gelassenheit entgegen. "Ich bin zuversichtlich, weil ich eines mit Sicherheit weiß: Auch ich werde irgendwann einmal sterben. So einfach ist das", sagte Harald Krassnitzer im teleschau-Interview. "Ich freue mich auf eine spannende, tolle Zeit, in der ich hoffentlich noch vieles lernen kann. Die Vergangenheit interessiert mich wenig. Ich freue mich auf das Alter." Eine Party wird es am 10. September nicht geben. "Das ist over. Und ich wüsste auch nicht, was es jetzt zu feiern gibt", meinte der Schauspieler. "Wenn überhaupt, dann müsste meine Mutter, die in diesem Jahr ihr 90. Lebensjahr vollendet hat, gefeiert werden. Sie hat mich zu dem gemacht, der ich bin."