"Wir sind mehr"-Festival gewinnt Preis für Popkultur

Zum nunmehr vierten Mal fand in Berlin die Verleihung des "Preis für Popkultur" statt. In der Kategorie "Gelebte Popkultur" wurde das "#wirsindmehr-Festival" in Chemnitz ausgezeichnet.

Deichkind ("Lieblingsband", "Lieblingslied", "Lieblingsvideo") und Dendemann ("Lieblings-Solokünstler", "Lieblingsalbum") holten bei der nunmehr vierten Verleihung des "Preis für Popkultur" im Berliner Tempodrom zwar die meisten Auszeichnungen. Wirklich überraschend kamen diese Preise für eben ausgemachte Lieblinge einer Jury aus Label-Managern, Musikschaffenden und Kritikern aber kaum.

Mehr von sich reden machte eine andere Kategorie. "Gelebte Popkultur" sollte zeigen, dass eben auch eine vermeintliche Spaßgesellschaft eindeutig Haltung vorleben kann. Und diese wurde nach Meinung der für die Preisvergabe Verantwortlichen im vergangenen Jahr bei keiner anderen Veranstaltung so anschaulich demonstriert wie beim "#wirsindmehr-Festival" in Chemnitz. Das Kostenlos-Konzert fand am 3. September 2018 in der sächsischen Stadt statt. Vor mehr als 65.000 Zuschauern traten Künstler und Bands wie Feine Sahne Fischfilet, K.I.Z., Kraftklub oder Die Toten Hosen auf.

Das Festival damals zog eine immense Beachtung auf sich. Sogar von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wurde es "beworben". Allerdings wurde das Staatsoberhaupt dafür später auch kritisiert. Zudem war "#WirSindMehr" laut einer Auswertung des Mikrobloggingdienstes Twitter der meistgenutzte Debattenhashtag des vergangenen Jahres.

Neben "Wir sind mehr" wurde bei der Preisverleihung auch eine weitere gesellschaftskritische Aktion ausgezeichnet. In der Rubrik "Spannendste Idee/ Kampagne" haben Joko & Klaas gewonnen. Die beiden Entertainer hatten ihre 15 Minuten Sendezeit bei ProSieben in den Dienst der Seenotretter im Mittelmeer gestellt.