"Zu Greta habe ich meine eigene Meinung": Was Mehmet Scholl an "Fridays for Future" nervt

Mehmet Scholl reiht sich in die lange Liste der Greta-Kritiker ein. Der frühere Fußballnationalspieler und TV-Experte hat zur schwedischen Klimaaktivistin eine "eigene Meinung". Auch der aktuellen Fußballer-Generation gibt er in einem Interview eine Breitseite mit.

Mehmet Scholl reiht sich in die lange Liste der Greta-Kritiker ein. Der frühere Fußballnationalspieler und TV-Experte hat zur schwedischen Klimaaktivistin eine "eigene Meinung". Auch der aktuellen Fußballer-Generation gibt er in einem Interview eine Breitseite mit.

"Die ganzen Äußerungen und Interviews, das war ein bisschen viel für mich": Viel Aufsehen sorgten die Aussagen, mit denen Mehmet Scholl in seiner BR-Radiosendung den jungen Bayern-München-Spieler Joshua Kimmich zurechtgestutzt hatte. "Er ist die Greta Thunberg des deutschen Fußballs", so der pointierte Einwurf des 49-Jährigen in "Mehmets Schollplatten". Kimmich sei "derjenige, der mit seinen 24 Jahren glaubt, permanent den Finger in irgendeine Wunde legen zu müssen, was ich schwierig finde".

Interviews gibt Mehmet Scholl deutlich seltener als der von ihm kritisierte Jung-Nationalspieler. Nun hat er es allerdings mal wieder getan, pikanterweise einem Automagazin. Im ausführlichen Gespräch mit "Auto Bild" vertiefte der frühere Mittelfeldspieler und Ex-Fußballexperte der ARD, dass die Attribution "Greta Thunberg" bei ihm eher nicht als Kompliment zu verstehen ist. Auf die junge Generation angesprochen, die umweltpolitisches Engagement dem Vorzeigen von protzigen Statussymbolen vorziehe, wiegelte Scholl ab. "Die feiern Party mit Technomusik, und hinterher liegt Müll herum."

Und die 17-jährige Ikone der "Fridays for Future"-Bewegung? "Zu Greta habe ich meine eigene Meinung", erklärte der langjährige Bayern-Profi: "Dass sie so ein Leben führen kann, wie sie es führt, hat sie den vorigen Generationen zu verdanken. Und die sagt: 'Ihr habt meine Zukunft zerstört?' Den Schuh zieh ich mir nicht an."

"Es wird dir suggeriert, dass du dich selbst optimieren musst. Was ein Scheiß!"

Beim Thema Achtsamkeit und Nachhaltigkeit sei die Gesellschaft ganz allgemein "auf dem Holzweg", ließ der gebürtige Karlsruher durchblicken. "Yoga, Meditation, Achtsamkeit - dann wend' das doch mal an, wenn der an der Ampel vor dir nicht sofort losfährt!", so sein lebenspraktischer Einwand. Er habe sich mal vor ein Yoga-Studio ins Restaurant gesetzt und beobachtet, lässt er den Interviewer wissen. "Da stehen zehn Fahrräder. Und wenn die Leute rauskommen, gucken die als Erstes völlig gestresst auf ihr Handy, daddeln herum. Es wird dir heute permanent suggeriert, dass du dich beruflich, seelisch, optisch selbst optimieren musst. Was ein Scheiß!"

Den Lifestyle vieler Profi-Fußballer von heute kritisiert der Europameister von 1996 allerdings ebenso scharf. Das viele Geld, das heute verdient werde, interessiere ihn zwar nicht. Jedoch störe es ihn, "wenn ein mittelmäßiger Spieler mit seiner Gangster-Gang vorm Privatjet posiert". Scholl, der beteuert, mit "null Komma null" Glamour und "aufs Wesentliche reduziert" mit seiner Freundin in der Münchner Innenstadt zu wohnen, scheint fast ein bisschen Mitleid mit der aktuellen Fußballer-Generation zu haben: "Der Status ist heute wichtiger als früher. Gerade weil sie nicht wissen, wer sie sind, versuchen sie, wer zu sein."