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Chemnitz

Antrag auf Pflegeleistung richtig stellen

Versorgungslücke Bedürftigkeit wird oft zu spät erkannt

Bei Senioren entsteht der Bedarf an Pflege meistens über Jahre in einem schleichender Prozess und ein großes Problem ist, dass Betroffene oft ihre Pflegebedürftigkeit (oder zumindest den tatsächlichen Umfang) nicht wahr haben wollen. Wer möchte schon als Pflegefall angesehen werden?! Daher wird leider eine Pflegebedürftigkeit oft zu spät erkannt.Die Folge: Es entsteht eine finanzielle Versorgungslücke. Falsche Scham ist also fehl am Platz. Hilfreich ist es, einmal all das aufzuschreiben, was täglich oder wöchentlich für den Betroffenen erledigt wird. Oft wird anhand der Liste erst bewusst, wie umfangreich die geleistete Unterstützung tatsächlich ist.

Antrag sollte schriftlich gestellt werden

Auch wenn ein Antrag auf Pflegeleistung an die Pflegekasse mündlich gestellt werden kann (z.B. per Telefon), sollten Sie dies schriftlich tun (Datum nicht vergessen). Wird nämlich der Pflegegrad genehmigt, erhalten Sie ab dem Tag der Antragstellung Pflegeleistungen und der lässt sich am einfachsten mit einem schriftlichen Antrag belegen.

Im Rahmen der Antragsbearbeitung erfolgt ein Gutachten durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). Dabei wird die Selbstständigkeit des Antragstellers bewertet über mehrere Module wie Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhalten und psychische Problemlagen und Selbstversorgung.

Auf diese Begutachtung sollten Sie sich sehr gut vorbereiten, denn sie entscheidet letztlich über den zuerkannten Pflegegrad. Führen Sie über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen ein Pflegetagebuch und stellen Sie alle Krankenhaus-, Arzt-, Rehaberichte, Befunde und eine Liste der verordneten Medikamente sowie Therapien zusammen.

Fachkräfte können helfen

Bereiten Sie die zu begutachtende Person auf das Gespräch vor. Natürlich soll sie nicht einen höheren Pflegebedarf vortäuschen, aber auch die tatsächliche Situation durch falschen Stolz oder Ehrgeiz nicht verharmlosen und beschönigen.

Für den Begutachtungstermin sollten Sie fachliche Unterstützung hinzuziehen, beispielsweise einen Mitarbeiter des Pflegestützpunktes oder eines Pflegedienstes. Diese Fachkräfte sind versierter als pflegende Angehörige und können dem Gutachter die Pflegesituation genau erläutern. wei



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