Barrierefreies Zuhause: die Pflegekasse hilft

Unterstützung Wohnumfeld-verbessernde Maßnahmen beantragen

Viele Menschen wollen auch im Alter noch in ihrer eigenen Wohnung leben. Doch diese kann zunehmend Barrieren und Risiken für ältere Menschen aufweisen. Das Treppensteigen wird schwerer, die Schränke in der Küche zu hoch. Um weiterhin sicher wohnen zu können, ist oft ein Umbau angesagt. Möglichkeiten gibt es viele: ein Treppenlift, Abbau von Stolperfallen oder die Anschaffung einer barrierefreien Dusche. Die Pflegeversicherung leistet dabei Unterstützung und hilft, die Wohnung entsprechend der Bedürfnisse umzubauen.

Voraussetzung: Pflegegrad 1

Damit wohnumfeldverbessernde Maßnahmen von der Krankenkasse genehmigt werden, muss die pflegebedürftige Person mindestens den Pflegegrad 1 zuerkannt bekommen und einen Antrag bei der zuständigen Pflegekasse stellen. Diese unterstützt den Umbau der Wohnung finanziell, wenn folgendes zutrifft. Durch die Maßnahmen wird die eigenständige Lebensführung ermöglicht oder teilweise wieder hergestellt.

Weiterhin werden Zuschüsse genehmigt, wenn die häusliche Pflege für pflegende Angehörige oder andere Pflegepersonen ermöglicht wird. Zum dritten unterstützt die Pflegekasse Maßnahmen, durch die die Pflege deutlich erleichtert und damit die Belastung für die Pflegepersonen verringert werden.

Bis zu 4.000 Euro Zuschuss pro Maßnahme

Für jede bauliche Maßnahme wird von der Pflegekasse ein Zuschuss von maximal 4.000 Euro gewährt. Wenn mehrere Maßnahmen gleichzeitig anstehen, werden diese zusammengefasst und gelten als eine Maßnahme. Sind später weitere Änderungen notwendig, weil sich die Pflegesituation beispielsweise erheblich verschlechtert hat, kann noch einmal ein Zuschuss von bis zu 4.000 Euro beantragt werden. Leben mehrere pflegebedürftige Personen in einer gemeinsamen Wohnung, gibt die Pflegekasse für jede je bis zu 4.000 Euro. Die finanzielle Obergrenze pro Wohnung liegt jedoch bei 16.000 Euro, das heißt bei maximal vier Personen. Bei mehr als vier Personen wird der Gesamtbetrag anteilig auf die jeweiligen Pflegekassen aufgeteilt.

Antrag bei der Pflegekasse

Um den Zuschuss der Pflegekasse zu erhalten, muss vor Baubeginn ein formloser Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Zudem ist es sinnvoll, eine Begründung des Vorhabens anzugeben und einen Kostenvoranschlag der Baufirma anzuhängen. Falls die pflegebedürftige Person zur Miete wohnt, wird außerdem eine schriftliche Zustimmung für die Umbaumaßnahmen von dem Vermieter verlangt.

Eventuell kommt es nach der Antragstellung zu einer Begutachtung der Wohnung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Danach stellt die Pflegekasse eine Übernahme- oder Ablehnungserklärung für die Umbaumaßnahmen aus.

Weitere finanzielle Fördermöglichkeiten zum altersgerechten Umbau gibt es zum Beispiel bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unter www.kfw.de.