• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

Festlegungen für den Fall der Fälle treffen

Vorsorge Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung sind wichtige Instrumente

Ob und wie jemand Festlegungen für den Fall der Fälle trifft, muss jeder selbst entscheiden. Wer nichts dem Zufall oder seinen Verwandten überlassen möchte, der findet einige wichtige Instrumente, die ihm helfen, alles in seinem Sinne zu regeln. In Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung werden vorsorglich Festlegungen getroffen für den Fall, dass Sie keine selbst bestimmenden Entscheidungen treffen können, weil man beispielsweise im Koma liegt oder schwer an Demenz erkrankt ist. Ein solcher medizinischer Fall muss nie eintreten, falls aber doch, so haben die im Vorfeld getroffenen und in den Dokumenten festgeschriebenen Entscheidungen starken und direkten Einfluss auf das weitere Leben. Liegen hingegen keine gültigen Dokumente vor, so hat dies im Fall der Fälle ebenfalls gravierenden Einfluss auf das weitere Leben - aber womöglich nicht in Ihrem Sinne.

Während Patientenverfügung und Co. noch zu Lebenszeit von Bedeutung sein könnten, regeln Bestattungsverfügung und Testament Ihre Angelegenheiten zwar erst nach dem Ableben, geben Ihnen aber bis zu diesem Zeitpunkt das gute Gefühl, dass irgendwann alles so geregelt wird, wie es Ihren Wünschen und Vorstellungen entspricht.

Die Praxis zeigt, dass Patientenverfügung oft zu unkonkret und für die jeweilige Situation unbrauchbar sind. Einerseits fehlt den meisten Menschen die medizinische Kompetenz, anderseits ringen sich viele zwar zu einer Patientenverfügung durch, sind aber dennoch nicht bereit, sich intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen. Deshalb gilt, wenn schon Patientenverfügung, dann richtig.

Klipp und klare Formulierungen

Bei diesem Dokument kommt es nämlich darauf an, so konkret wie möglich den Patientenwillen zu beschreiben. Umso gezielter und sicherer kann dieser auch tatsächlich berücksichtigt und umgesetzt werden. Dies hat auch der Bundesgerichtshof (BGH) in seinem Beschluss vom 6. Juli 2016 (XII ZB 61/16) bestätigt. Für eine wirksame Patientenverfügung ist die Benennung bestimmter ärztliche Maßnahmen und die Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen notwendig heißt es da.

Eine Patientenverfügung sollte also ganz konkret schildern, wie der Verfasser in bestimmten Lebens- und Krankheitssituationen ärztlich behandelt werden möchte. Das hört sich schwer an und ist es leider auch. Daher sollten Sie sich beraten zu lassen, von einem Arzt beispielsweise oder von Mitarbeitern eines Hospiz- oder Pflegedienstes.



Prospekte