• Corona-News
  • Sachsen
  • Chemnitz
  • Erzgebirge
  • Mittelsachsen
  • Vogtland
  • Westsachsen

Update: 16-Jährige in Sachsen ermordet - Jugendlicher unter Tatverdacht

Blaulicht Polizei startet einen Großeinsatz

Großröhrsdorf. 

Großröhrsdorf. Am Mittwochnachmittag, dem 15.September, meldete ein Zeuge eine Attacke auf ein Mädchen. Die junge Frau wurde bei einem Garagenkomplex in der Johann-Sebastian-Bach-Straße attackiert. Trotz Maßnahmen der Wiederbelebung, starb sie im Krankenhaus. "Gegen 15.45 wurden wir wegen eines mutmaßlichen Gewaltverbrechens zu dem Garagenkomplex alarmiert", so der Polizeisprecher Kai Siebenäuger.

Mutmaßlicher Tathergang

"Vor Ort fand sich ein schwer verletztes Mädchen." Nach ersten Informationen hatte sie mehrere Stichverletzungen. Ersten Zeugenaussagen zufolge soll die 16-Jährige mit einem unbekannten Mann in Streit geraten sein, jener hatte sie dann mit einem Messer attackiert und sei im Anschluss geflüchtet. Der Zeuge verfolgte den Täter nach eigenen Informationen zunächst, brach die Verfolgung wegen seiner eigenen Kinder aber ab. "Die Kriminalpolizei, die Tatortgruppe und die Spurensicherung sind vor Ort, die Mordkommission ermittelt", äußerte Siebenäuger. "Zudem fahnden wir nach einem Mann, ein Fährtenhund ist im Einsatz. Eine nähere Beschreibung des mutmaßlichen Täters haben wir noch nicht." Die Suche läuft aktuell auf Hochtouren. Wer Informationen zum Tathergang hat oder mögliche Hinweise zum mutmaßlichen Täter übermitteln kann, wird aufgerufen sich schnellstmöglich bei der Polizei unter der Telefonnummer 03581/4680 zu melden.

Anteilnahme der Mitschüler

Am Donnerstag nahmen Mitschüler und Mitschülerinnen des Opfers emotional Abschied. An einem Gedenkschrein platzierten sie Kerzen und Blumen. Sie seien "in tiefer Trauer" schrieben ihre Mitschüler in einem offenen Brief. Außerdem schrieben sie, dass Wiktoria R. "ein liebevoller, junger und offener Mensch" gewesen sei. Sie sei "durch eine tragische, unfassbare Tat von uns gegangen und lässt uns traurig zurück". Außerdem rezitierten sie: "Über die Helligkeit eines jungen Lebens fällt so plötzlich die Nacht. Wir fühlen uns ohnmächtig und ratlos und stehen wie vor einer Wand.", so die Verfasser des Briefes, welche diesen zusammen mit einem Foto des Mädchens in der Schule aufstellten.

 

Update der Polizei: 23. September

Nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau am Mittwochnachmittag, den 15. September, an der Johann-Sebastian-Bach-Straße in Großröhrsdorf, haben die Ermittler am Donnerstagvormittag die Wohnung eines Tatverdächtigen in Großröhrsdorf durchsucht. Der Polizeieinsatz dauert an. Zuletzt waren die Kriminalisten zahlreichen Hinweisen aus der Bevölkerung nachgegangen und hatten sich bei den Ermittlungen auf das Umfeld des Opfers konzentriert. In diesem Zusammenhang steht nunmehr ein Jugendlicher im Tatverdacht. Die Durchsuchung und weitere Maßnahmen bei dem 15-jährigen Deutschen sollen den Ermittlern weiteren Aufschluss über die Tat geben.

Der Tatverdächtige ist vorläufig festgenommen. Ein Richter wird im Weiteren über die Fortdauer der Freiheitsentziehung entscheiden. Die Ermittlungen zum Tatmotiv, zur Begehungsweise und den sonstigen Tatumständen dauern an. Im Einsatz befinden sich neben Beamten der Kriminalpolizei und des Einsatzzuges der Polizeidirektion Görlitz, Kräfte der Bereitschaftspolizei, ein Diensthundeführer sowie Ermittler des Landeskriminalamtes.

Von Vermutungen und Selbstjustiz absehen 

Die Polizei gibt zudem bekannt, dass Emotionen, Angst und Unsicherheit sind dieser Tage bei der Bevölkerung in und um Großröhrsdorf verständlich und nachvollziehbar. "Als Grundprinzip eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens gilt jedoch immer die Unschuldsvermutung. Polizei und Staatsanwaltschaft appellieren an einen verantwortungsvollen Umgang mit den sozialen Medien. Es besteht die Gefahr von Vorverurteilungen. »Selbstjustiz« und Bedrohungen sind strafbar, nicht gewünscht und können die Ermittlungen behindern. Diese liegen ausschließlich bei Polizei und Staatsanwaltschaft. Haben Sie Vertrauen in die Arbeit der Ermittlungsorgane. Beteiligen Sie sich nicht an Spekulationen, Mutmaßungen oder Verdächtigungen in sozialen Netzwerken!"