50 Millionen Bäume für Sachsen

Umwelt Forstminister von CDU und CSU fordern "Masterplan für Deutschlands Wälder"

Heute trafen sich die Forstministerinnen und -minister aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfaken und Sachsen sowie Bundesministerin Julia Klöckner in Moritzburg bei Dresden. Dort entwickelten sie den "Masterplan für Deutschlands Wälder". In dieser "Moritzburger Erklärung" fordern sie vom Bund 800 Millionen Euro, die in den nächsten vier Jahren gewährt werden sollen. Dieses Geld wird den Ländern für akute und langfristige Maßnahmen zum Erhalt des Waldes zur Verfügung gestellt.

Der Plan umfasst Vorschläge zum "Klimaschutz durch nachhaltige Waldbewirtschaftung", "Schadensbeseitigung, Walderhalt und klimaangepasster Waldumbau", "Waldbrandbekämpfung", "Angewandte Forschung", "Holzverwendung und Innovation" und "Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung".

Der Waldumbau muss gesamtgesellschaftlich durchgeführt und an das sich ändernde Klima angepasst werden. Dabei ist der Bund auf die intensive Forschung angewiesen.

Ziel: 50 Millionen Bäume für Sachsen bis 2030

"Die Wälder in Deutschland sind derzeit einer katastrophalen Situation ausgesetzt, die mit den Sturmschäden im Herbst 2017 ihren Anfang nahm, durch die langanhaltende Dürre des vergangenen Jahres verstärkt wurde und sich mit dem andauernden warmen und trockenen Wetter immer weiter zuspitzt", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer, der an dem Treffen teilnahm. "Wir werden die Waldbesitzer auch weiterhin nicht allein lassen in dieser prekären Lage. Unser Ziel ist es, 50 Millionen neue Bäume bis 2030 im Freistaat Sachsen zu pflanzen. Damit leisten wir einen echten Beitrag zur CO2-Bindung und schützen aktiv das Klima. Aber die Bundesländer können die notwendige Hilfe nicht ohne eine deutliche Unterstützung des Bundes leisten. Gemeinsam wollen wir das grüne Gold Sachsens und Deutschlands mehren."

Absterben ganzer Wälder durch Borkenkäfer

"Der verheerende Borkenkäferbefall führt derzeit zum Absterben ganzer Wälder. Die Holzpreise sind im Keller. Nicht nur private, sondern auch kommunale und staatliche Waldbesitzer sind mit ihren Ressourcen an ihren Grenzen angelangt. Sie alle brauchen deshalb dringend Unterstützung, wenn wir Wälder mit wichtigen Funktionen für Trinkwasser-, Hochwasser-, Natur- und Klimaschutz und für die Erholung der Menschen nicht verlieren wollen", sagte Staatsminister Schmidt.

"Gebraucht wird schnelle pragmatische Hilfe"

Bundesministerin Julia Klöckner machte deutlich: "Die Bilder der Waldschäden, ob durch Trockenheit, Waldbrand oder Borkenkäfer zeigen: Wir stehen vor einer immensen Aufgabe, die wir alle gemeinsam - Bund und Länder - angehen müssen. Gebraucht wird schnelle, pragmatische Hilfe beim Abtransport von Schadholz und bei der Wiederaufforstung. Das Ziel ist nicht nur die entstandenen Freiflächen wieder zu bewalden, sondern den Wald an den Klimawandel anzupassen. Wir brauchen Mischwälder und Bäume, die an den jeweiligen Standort angepasst sind. Dabei hilft auch unsere Forschung. Ich habe das Thema auf die politische Tagesordnung gehoben. Für die Moritzburger Erklärung danke ich Sachsen und den weiteren vier Länderministern. Sie bestärkt mich darin, die langfristige Anpassung unserer Wälder an den Klimawandel voranzutreiben. Für September lade ich zu einem 'Nationalen Waldgipfel' ein. Nur mit vereinten Kräften können wir unseren Wald retten: Für uns und für die nachfolgenden Generationen."