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Sachsen

69. Vierschanzentournee in Oberstdorf startet

SKISPRINGEN Für die beiden Auftakt-Springen sind insgesamt zwölf deutsche Athleten nominiert

Sachsen/Oberstdorf. 

Sachsen/Oberstdorf. Am morgigen Dienstag, den 29. Dezember startet die 69. Vierschanzentournee in Oberstdorf. Für das Auftakt-Springen in Oberstdorf und das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen sind insgesamt zwölf Athleten nominiert. Darunter sind Moritz Baer (SF Gmund-Dürnbach), Markus Eisenbichler (TSV Siegsdorf), Richard Freitag (SG Nickelhütte Aue), Severin Freund (WSV DJK Rastbüchl), Karl Geiger (SC Oberstdorf), Martin Hamann (SG Nickelhütte Aue), Kilian Märkl (SC Partenkirchen), Pius Paschke (WSV Kiefersfelden), Luca Roth (SV Meßstetten), David Siegel (SV Baiersbronn) sowie Constantin Schmid (WSV Oberaudorf) und Andreas Wellinger (SC Ruhpolding).

Die große Schattenbergschanze in der WM-Skisprung Arena in Oberstdorf ist eine der bedeutendsten Skisprung-Schanzen der Welt. Sie lockt jedes Jahr über 40.000 Zuschauer zum Auftaktspringen der Vierschanzentournee an. Dieses Jahr wird etwas anders aussehen. Auf der Schattenbergschanze werden 2021 auch die Weltmeister im Rahmen der FIS Nordischen Ski-WM Oberstdorf/Allgäu gekürt.

Bundestrainer Stefan Horngacher ist optimistisch

Stefan Horngacher, Bundestrainer Skisprung Herren äußert sich optimistisch: "Wir freuen uns auf den Start in die 69. Vierschanzentournee. Wir sind dankbar, dass wir in Corona-Zeiten zum zweiten Highlight der Saison antreten können. Natürlich wird uns allen die Unterstützung der vielen zehntausend lautstarken Fans in den Stadien fehlen. Aber wir können die Faszination unseres Sports via Fernsehbild in die Welt hinaustragen und mit spannenden Wettkämpfen für tolle Momente und Gänsehaut sorgen.

Wir konnten uns gut auf die Tournee vorbereiten. Nach dem Springen in Engelberg sind wir direkt nach Oberstdorf gefahren. Hier haben wir noch einmal zwei Tage trainiert und dabei neben technischen Details auch am optimalen Setup gearbeitet. Danach gab es für alle über Weihnachten ein paar Tage Erholung zuhause. Die Anreise nach Oberstdorf erfolgte bereits am Sonntag.

Gute Leistungen und ein Lichtblick

Im ersten Saisondrittel haben wir gute Leistungen abrufen können. Besonders Markus Eisenbichler und Karl Geiger konnten mit Siegen und Podestplatzierungen überzeugen. Pius Paschke ist es gelungen, sich von Station zu Station in den Vordergrund zu springen. Auch Martin Hamann ist auf einem guten Weg. Severin Freund und Constantin Schmid haben punktuell gute Wettkämpfe abgeliefert. Andi Wellinger kämpft aktuell, aber bei ihm kann es schnell gehen. Der letzte Sprung in Engelberg war ein Lichtblick für ihn und für uns Trainer. Man muss bei Andi die Gesamtsituation betrachten: Letztes Jahr musste er verletzungsbedingt pausieren, hat dann aber bereits im Sommer gute Leistungen gezeigt. Momentan tut er sich wieder schwerer. Wir unterstützen ihn bestmöglich, denn bei Andi kann sich das Blatt, wie gesagt, sehr schnell wenden.

Hochmotiviert trotz starker Konkurrenz

Unser Ziel ist es, um den Sieg mitzuspringen. Die Voraussetzungen, dieses Ziel zu erreichen, sind wie gesagt gut - auch wenn die Konkurrenz wie in jedem Jahr sehr stark ist. Neben den Norwegern, angeführt vom bisherigen Seriensieger Halvor Egner Granerud, sind auch die Polen um Kamil Stoch mannschaftlich sehr stark. Die Österreicher haben mit Daniel Huber einen Top-Springer in ihren Reihen und Stefan Kraft hat bei der Skiflug-WM bewiesen, dass er auch ohne Training auf Top-Niveau agieren kann. Und die Tournee wäre nicht die Tournee, würden sich nicht auch noch ein, zwei Springer in den Vordergrund springen, die aktuell keiner auf dem Zettel hat.

Wir hoffen natürlich, dass Karl Geiger unser Team bei der Tournee wieder verstärken kann. Karl ist seit dem positiven Test symptomfrei. Er ist hoch motiviert und hat sich während der Quarantäne fit gehalten und trainiert.

Wir werden in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen auch wieder unsere Nationale Gruppe zum Einsatz bringen und somit mit zwölf Aktiven an den Start gehen. Der B-Kader unter der Führung von Christian Winkler hat bisher nur wenig COC-Wettkämpfe bestreiten können, umso höher ist die Motivation der Aktiven, sich bei der Tournee in Szene zu setzen. Wir hoffen auf eine gute Dynamik, eine gesunde Konkurrenz im Team und natürlich auf faire Wettkämpfe."

Markus Eisenbichler hat große Hoffnung

"Die Vierschanzentournee ist eine Traditionsveranstaltung. Wenn man die Tournee gewinnt, kann man das mit einem Olympia- oder WM-Sieg gleichstellen. Es ist jedes Jahr ein Großereignis, auf das ich mich immer wieder freue. Ich hoffe, dass ich sie gewinnen kann. Einmal war ich bereits nah dran, aber es ist natürlich ein schweres Stück Arbeit.

Ich habe mit den Trainern gesprochen und weiß, was ich für die Tournee zu tun habe. Abgesehen davon fühle ich mich sehr gut. Nach Planica bin ich gut ins Springen gekommen. Die Leistung in Engelberg war akzeptabel, aber jetzt steht wieder Arbeit an, um den Feinschliff zu machen. Ich bin ganz guter Dinge.

Severin Freunds Vorfreude auf die Lieblingsschanze

"Die Tournee 2020/2021 wird definitiv eine sehr spezielle sein. Für mich ist es natürlich wahnsinnig schön, wieder bei der Tournee dabei sein zu können. Da es letztes Jahr wegen meiner Rücken-OP leider nicht ging, freue ich mich jetzt umso mehr darauf. Es ist immer ein extrem spezieller Wettbewerb. Dieser wird auch ohne Zuschauer ähnlich schön werden. Wir wissen, dass daheim vor den Fernsehern wahnsinnig viele Leute sitzen, die uns die Daumen drücken.

Die Tournee bleibt trotz leerer Zuschauerplätze die Tournee. Ich glaube auch, dass die Faszination Tournee für die Zuschauer gleichbleibt. Wenn man mich persönlich nach meiner Lieblingsschanze fragt, ist jedem klar, dass das Oberstdorf ist. Oberstdorf mit dem Podest und dem Sieg von damals - das sind Erinnerungen, die kann man nicht beschreiben, und die stehen extrem hoch in der Hierarchie von dem, was man schon erreicht. Es waren ganz spezielle Momente. Generell glaub ich aber, dass es mir in Garmisch am schwersten fällt. Es ist die Schanze, von der ich am besten springen muss, damit mein Sprung wirklich gut funktioniert. Gut springen kann ich auf allen Schanzen. Deshalb ist die Vorfreude sehr groß. Es wird anders werden, aber ich glaube trotzdem, dass es schön wird.

Martin Hamann zur Vierschanzentournee: "Ein drittes Fest"

"Die Tournee ist ein Mythos und sehr speziell. Es gibt mehrere, aufeinander folgende Wettkampftage. Noch dazu kommen die besonderen Termine, zum einen nach Weihnachten zum anderen am Neujahrstag. Wir können zusätzlich noch ein drittes Fest feiern, nämlich die Vierschanzentournee.

Eigentlich ist die Vierschanzentournee das erste große Highlight der Saison. Dieses Jahr ist sie sogar nach der Skiflug-WM bereits das zweite. Die Vierschanzentournee ist das, was jeder, der zu Hause vor dem Fernsehbildschirm sitzt, kennt und mit dem Skispringen verbindet. Dieses Jahr wird es keine Zuschauer geben, was ziemlich traurig ist. Aber auch das werden wir meistern und stattdessen im Fernsehen ein gutes Bild abgeben.

Andreas Wellinger kämpft sich Schritt für Schritt zurück

"Obwohl es bei mir aktuell nicht nach Wunsch läuft, ist die Vorfreude auf die Tournee trotzdem groß. Die Tournee wird anders werden und für jeden von uns eine neue Challenge. Wir müssen die Herausforderungen annehmen. Wir hatten jetzt schon Wettkämpfe mit Maske, ausreichendem Abstand und möglichst wenig Leuten. Diese Situation wird uns über die Tournee hinweg begleiten. Ich hoffe, dass wir uns mit unserem Hygienekonzept selbst schützen und gesund durch die Zeit kommen. Wir werden das Beste geben und Team Deutschland wird hoffentlich ganz vorne mitkämpfen.

Ich versuche jeden Sprung und jeden Tag bis zur Tournee zu nutzen, um meine Leistung besser abzurufen und mehr Gefühl aufzubauen. Ich möchte mich Schritt für Schritt wieder zurückkämpfen. Es ist eine schwierige Phase momentan. Nichtsdestotrotz muss ich mich dem Ganzen annehmen und das Beste daraus machen. An Platzierungen nehme ich mir erst mal gar nichts vor. Ich muss meine Sprünge, die ich draufhabe, abliefern, dann wird es nach und nach automatisch wieder besser werden. Die Schritte sind klein, aber der Weg muss in die richtige Richtung gehen.

Körperlich funktioniert alles gut. Natürlich ist es ein neues Gefühl und eine neue Situation nach einem Jahr Pause, wieder zu zurück zu sein, aber das sollte mich definitiv nicht daran hindern, besser Ski zu springen." Mehr Informationen und das genaue Programm sind auf der offiziellen Website zu finden.