Angst vor Buchstaben?

Hilfsangebot 27 neue Alphabetisierungskurse beginnen im Freistaat

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Foto: simonkr/Getty Images/iStockphoto

Im ersten Halbjahr 2018 starten sachsenweit wieder 27 neue Alphabetisierungskurse, so in Auerbach/Vogtland, Dresden, Leipzig, Waldheim und Zwickau. Die Kurse sollen funktionalen Analphabeten helfen, selbstständig die schriftsprachlichen Anforderungen des Alltags bewältigen zu können. Sie frischen die grundlegenden Lese- und Schreibfertigkeiten auf oder erlernen sie wieder.

EU fördert die Projekte

Die bis zu einjährigen Kurse finanziert das sächsische Kultusministerium vollständig aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, auch die Fahrtkosten können übernommen werden. Interessenten können sich kostenfrei unter der Nummer 0800/3377100 der Koordinierungsstelle "koalpha" informieren. Die Zahl derer, die die Möglichkeiten nutzt, als Erwachsener nochmals das Lesen und Schreiben zu erlernen, ist allerdings noch viel zu gering. Nicht lesen und schreiben zu können wird als peinlich erlebt - sowohl von den Menschen mit Lese- und Schreibproblemen selbst, als auch von denjenigen, die damit konfrontiert werden.

"Die Alphabetisierungskurse sind gut investiertes Geld. Jeder in unserer Gesellschaft ist wichtig und darf nicht verloren gehen. Auch im Erwachsenenalter ist es möglich und gewinnbringend, lesen und schreiben zu lernen. Betroffene sollten diese Chance nutzen", betont Kultusminister Christian Piwarz.

Vereine engagieren sich in dem Bereich

Bundesweit gibt es 7,5 Millionen Erwachsene, die nicht ausreichend lesen, schreiben oder rechnen können. Im Freistaat Sachsen leben mindestens 200.000 funktionale Analphabeten, die dadurch im beruflichen und gesellschaftlichen Leben große Probleme und oft Nachteile haben. Viele Menschen in ihrem Umfeld haben aber kaum Kenntnisse darüber, wie sie funktionale Analphabeten ansprechen und unterstützen können und wo Lernangebote bestehen.

In Sachsen gibt es bereits seit vielen Jahren Beratungs- und Informationsangebote sowie spezielle Alphabetisierungskurse. So wurde bereits 2010 die Koordinierungsstelle Alphabetisierung "koalpha" eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen informieren die Öffentlichkeit, Einrichtungen und beraten Betroffene zu Fragen des funktionalen Analphabetismus. Im Internet unter der Adresse www.koalpha.de stehen umfangreiche Informationen zur Verfügung. Der Freistaat Sachsen stellt dafür seit 2007 und noch bis 2020 mit Mitteln aus dem ESF jährlich etwa 2,4 Millionen Euro zur Verfügung. Mehr als 320 Kurse wurden seit 2007 bereits realisiert.