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Chemnitz

Appell der Gesundheitsministerin: Praxen möglichst offen halten

Feiertage Aufruf an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Sachsen

Die Situation in den 78 sächsischen Krankenhäusern ist alarmierend: Die Intensivbetten füllen sich, das Personal agiert am Rande des Machbaren. "Dennoch gibt es eine große Bereitschaft zur Unterstützung", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping am Donnerstag. Gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer und dem Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Dr. Klaus Heckemann, richtete sie einen Appell an die niedergelassenen Ärzte im Freistaat.

Praxen möglichst offen halten

Hintergrund: In den kommenden zwei Wochen sind Praxen aufgrund der Feiertage nur jeweils an drei Tagen regulär geöffnet - wenn überhaupt. Denn in vielen Fällen nimmt das Personal am Ende des Jahres seinen verdienten Urlaub. Vor dem Hintergrund der extrem angespannten Situation in den Krankenhäusern bitten Michael Kretschmer, Petra Köpping und Klaus Heckemann um Unterstützung. In einem Schreiben heißt es: "Uns ist bewusst, dass auch Sie und Ihr Praxispersonal an Ihre Leistungsgrenzen stoßen. Trotzdem bitten wir Sie gemeinsam, nach Möglichkeit vor dem Fest und zwischen den Festtagen Ihre Praxen geöffnet zu halten, um zu helfen, die Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern zu entlasten."

"Hohes Maß an Solidarität"

Weiter heißt es: "Bitte helfen Sie mit, die ambulante Versorgung der Patientinnen und Patienten besonders vor und zwischen den Festtagen abzusichern, so dass nicht durch diese eine zusätzliche Belastung der Notaufnahmen der Kliniken erfolgt." Geworben wurde auch dafür, Covid-19-Patienten in den Fällen ambulant zu versorgen, in denen dies medizinisch vertretbar ist. "Wir erleben schon jetzt ein hohes Maß an Solidarität im medizinischen Bereich und bei niedergelassenen Ärzten", freut sich Klaus Heckemann. "Viele niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sind bereit, ihre Öffnungszeiten zu erweitern und im Hintergrunddienst einzuspringen, wenn es nötig werden sollte" Die Besetzung in den Praxen sei jetzt schon deutlich höher im Vergleich zum Vorjahr.

Ausnahmen von Arbeitszeitgesetz erlassen

Um Ausnahmen von Arbeitszeitregelungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie zu ermöglichen, hat die Landesdirektion Sachsen am Donnerstag zudem eine Allgemeinverfügung nach dem Arbeitszeitgesetz erlassen. "Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen", wertet die Präsidentin der Landesdirektion Sachsen, Frau Regina Kraushaar, diesen Schritt. "Allerdings ist auch klar: Die physischen und psychischen Belastungen der Beschäftigten, die an vorderster Front jeden Tag alles geben, damit der Kampf gegen die Pandemie gelingt, sind enorm. Deshalb ist festgelegt, dass die jetzt geleisteten Mehrstunden innerhalb des nächsten halben Jahres auf die normale tägliche Arbeitszeit von acht Stunden ausgeglichen werden müssen" stellt Kraushaar klar.

Zwölf-Stunden-Schichten möglich

Neben einigen Ausnahmen vom Verbot der Sonn- und Feiertagsarbeit - zum Beispiel für Corona-Testzentren oder bei der Produktion von Schutzausrüstungen - werden bis zum 31. März Arbeitszeiten von zwölf Stunden am Tag in bestimmten Bereichen, wie Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, ermöglicht. So ist es nun zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern beim Ausfall von Pflegekräften oder Ärzten möglich, selbigen für einen kurzen Zeitraum durch längere Schichten beim verfügbaren Personal zu kompensieren.



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