Beamtenstatus für sächsische Lehrer

Beschluss Sachsens Koalition einigt sich beim Lehrerpaket

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Foto: BraunS/Getty Images

Was Lehrerverbände seit Jahren fordern, wird nun Realität: Sachsen geht auf dem umkämpften deutschen Lehrerarbeitsmarkt in die Offensive und verbeamtet seine Lehrer. Das wurde von CDU und SPD nach wochenlangen Verhandlungen nun beschlossen. "Wir haben ein Handlungsprogramm, das an den richtigen Stellschrauben ansetzt, um Lehrerinnen und Lehrer für den Freistaat zu gewinnen. Der früher geäußerte Vorwurf, dass andere Bundesländer für Lehrer bessere finanzielle Konditionen anbieten als Sachsen, gilt nicht mehr", sagt Sachsens Kultusminister Christian Piwarz.

Ab 1. Januar 2019 sollen grundständig ausgebildete Neulehrer und Lehrer, die schon im sächsischen Schuldienst tätig sind, bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres Jahren verbeamtet werden. Lehrer, die als Beamte aus anderen Bundesländern nach Sachsen wechseln, können den Status behalten.

Gleichzeitig sind Maßnahmen zur Entlastung der Lehrer vorgesehen. Dazu hat heute die Staatsregierung ein Handlungsprogramm in Höhe von über 1,7 Milliarden Euro für die nächsten fünf Jahre vorgelegt. Piwarz: "Ich bin mir sicher, dass dieses Handlungsprogramm mittelfristig einen Schub in der Nachwuchsgewinnung auslösen wird."

Die wichtigsten Zusatzmaßnahmen

Gehalt: Grundständig ausgebildete Grundschullehrer sollen ab dem kommenden Jahr nicht wie bisher in die Gehaltsgruppe E 11, sondern in die E 13 oder als Beamte in die A 13 eingruppiert werden. "Dieses Gehaltsangebot für Grundschullehrer gehört zu den führenden in Deutschland", erläutert Christian Piwarz. Darüber hinaus werden Grundschullehrer für geleistete Überstunden ebenso entlohnt wie Lehrer der übrigen Schularten.

Prämie: Jede Schule erhält zudem ab 1. Januar 2019 ein frei aufteilbares Prämienbudget zur Ausgabe individueller und kollektiver Leistungsprämien. Über die Vergabe entscheidet der Schulleiter in Abstimmung mit dem Örtlichen Personalrat. Das Prämienbudget in Höhe von jährlich neun Millionen Euro wird auf die öffentlichen Schulen im Freistaat Sachsen entsprechend der Anzahl der Lehrkräfte an jeder Schule aufgeteilt.

Begleiter: Mit dem Programm "Senior-Lehrkräfte" soll allen Lehrern unmittelbar vor ihrem Renteneintritt eine Weiterbeschäftigung als "Senior-Lehrkraft" angeboten werden. Die Senior-Kräfte begleiten und unterstützen Seiteneinsteiger, Referendare und Praktikanten.

Personal: Mit dem Programm "Schulassistenz" soll zusätzliches nichtpädagogisches Personal zur Unterstützung und Entlastung der Lehrkräfte gewonnen werden. Außerdem stellt das Land zur Unterstützung der Schulen beginnend ab 1. Januar 2019 bis zu 20 zusätzliche Schulpsychologen ein. Weitere Informationen und das Handlungsprogramm gibt es unter: www.bildung.sachsen.de/blog.