Betrugswelle in der Region: Schockanrufe und falsche Bankmitarbeiter

Am Mittwoch registrierte die Polizei in Westsachsen sowie im Raum Chemnitz und Erzgebirge mehrere betrügerische Anrufe. In Zwickau verlor eine Frau 20.000 Euro, in Ehrenfriedersdorf konnte eine Überweisung über mehr als 60.000 Euro noch gestoppt werden.

Region

Am Mittwoch haben Betrüger in mehreren Regionen Sachsens erneut mit verschiedenen Telefonmaschen versucht, an Geld und Wertsachen zu gelangen.

Anrufe in mehreren Orten

Betroffen waren nach Polizeiangaben unter anderem Chemnitz, Zschorlau, Ehrenfriedersdorf und Lauter Bernsbach sowie Orte in Westsachsen wie Wilkau Haßlau, Zwickau, Glauchau, Adorf, Bad Elster und Bad Brambach. Die Täter nutzten dabei die Maschen falscher Bankmitarbeiter, falscher Polizeibeamter und eine Variante des Schockanrufs mit einer schweren Erkrankung.

Krebsmasche am Telefon

Immer häufiger wenden die Betrüger nach Angaben der Polizei die Variante an, bei der sie sich als Arzt oder Klinikmitarbeiter ausgeben. Dabei behaupten sie, ein Angehöriger sei schwer an Krebs erkrankt und könne nur mit einem speziellen Medikament weiterbehandelt werden. Für die Beschaffung des Medikaments verlangen die Anrufer Geld, teils auch Schmuck oder Gold.

Frau in Zwickau verliert 20.000 Euro

In Westsachsen wurden der Polizei am Mittwoch insgesamt elf verdächtige Anrufe gemeldet. In einem Fall waren die Täter erfolgreich. Eine Frau aus Zwickau übergab am Nachmittag 20.000 Euro an einen unbekannten Mann. Misstrauisch wurde sie erst später, als der angekündigte Rückruf des vermeintlichen Arztes ausblieb.

Kripo sucht Zeugen

Die Geschädigte beschrieb den Abholer als mittelgroß, schlank und dunkelhaarig. Sie schätzte ihn auf Mitte 30. Gesprochen habe er nicht. Die Kriminalpolizei sucht nun Zeugen. Gesucht werden Hinweise zu einem Mann, der in der Siedlung zwischen Werdauer Straße und Waldstraße aufgefallen sein könnte. Hinweise werden unter der Telefonnummer (0375) 428 44 80 entgegengenommen.

Überweisung noch verhindert

In Ehrenfriedersdorf erhielt eine Seniorin am späten Mittwochvormittag einen Anruf von einer unbekannten Frau, die sich als Bankmitarbeiterin ausgab. Unter dem Vorwand einer neuen Geldkarte verschaffte sich die Betrügerin mithilfe von Fernwartungssoftware Zugriff auf das Onlinebanking der Seniorin. Anschließend wurden mehr als 60.000 Euro abgebucht.

Seniorin reagiert rechtzeitig

Die Frau schöpfte jedoch Verdacht und kontaktierte selbstständig ihre Bank. Dadurch flog der Betrug auf und die Überweisung konnte noch gestoppt werden.

Weitere Versuche bleiben erfolglos

In weiteren Telefonaten durchschauten die Angerufenen die Betrugsmaschen rechtzeitig, bevor es zu Überweisungen oder Geldübergaben kam. In Chemnitz und Zschorlau setzten die Täter ebenfalls auf die Krebsmasche. In Lauter Bernsbach versuchten sie es zudem mit der Masche des falschen Polizeibeamten, blieben dort aber ohne Erfolg.

Polizei rät zur Vorsicht

Die Polizei rät, bei Geldforderungen am Telefon grundsätzlich misstrauisch zu sein, auch wenn sich Anrufer als Mitarbeiter einer Bank, einer Klinik, der Polizei oder einer anderen Institution ausgeben. Im Zweifel sollte das Gespräch beendet und die jeweilige Einrichtung unter der offiziellen Telefonnummer kontaktiert werden. Zudem bittet die Polizei darum, Angehörige und Bekannte über die aktuelle Welle von Betrugsanrufen zu informieren.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich