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CFC und FSV trotzen Corona-Krise virtuell

Engagement Heimspiel für die Himmelblauen, Sonderzugfahrt für die Rot-Weißen

Chemnitz. 

Chemnitz. Fiktive Premiere im "Stadion - An der Gellertstraße": Das Freundschaftsspiel zwischen dem FC Karl-Marx-Stadt und dem Chemnitzer FC war der krönende Abschluss der Aktion #MeinUnterstützerticket der Himmelblauen. FCK-Trainer Hans Meyer bot gegen den CFC dabei seine beste Elf auf, während sein Pendant gegenüber, Patrick Glöckner, einzig auf Itter verzichten musste. Grund dafür: Er war als Co-Moderator im Einsatz und assistierte Stadionsprecher Eric Bader und Jens Oppermann von der "Gellertwelle" kompetent am Mikrofon.

Zum virtuellen Heimspiel: Der CFC ging durch einen Langer-Treffer nach einem Eckball früh in Führung. In der 26. Minute legte wiederum Langer nach und erhöhte auf 2:0. Fünf Minuten vor der Pause verkürzte Bittermann überraschend auf 1:2 für den FCK. Mitte der zweiten Halbzeit war es dann der eingewechselte Keller, der für den Ausgleich sorgte. Nach spannenden und stimmungsvollen 90 Minuten vermeldete die digitale Anzeigetafel ein leistungsgerechtes Unentschieden.

 

Itter versteigert Pokal-Trikot

Durch die Unterstützung der CFC-Kicker sowie Spenden von Philipp Pentke und Michael Ballack konnten bis Freitagabend mehr als 6.300 Unterstützer-Tickets in den vier Kategorien abgesetzt werden. Das ambitionierte Ziel, das Stadion mit 15.000 Zuschauern auszuverkaufen, wurde dennoch deutlich verpasst. Immerhin: Die Unterstützer-Aktion hat zumindest ein Heimspiel finanziell wettmachen können. Denn durchschnittlich pilgerten in dieser Spielzeit bis dato 5.368 Zuschauer ins "Stadion - An der Gellertstraße". Die erzielten Einnahmen der Aktion fließen jedoch nicht allesamt in die Kasse der Chemnitzer FC Fußball GmbH, sondern ein Teil davon soll sozialen Zwecken der Stadt Chemnitz zur Verfügung gestellt werden. Dafür wird weiterhin das Trikot von Itter, das er im Sachsenpokalspiel gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig trug, versteigert.

 

Weitere finanzielle Unterstützung

Darüber hinaus erhält der CFC aus dem Solidarfonds der "Deutschen Fußball-Liga" (DFL) 300.000,- Euro - eine Zahlung, die ausdrücklich an keine weiteren Bedingungen geknüpft ist. Romy Polster, Vorstandsvorsitzende des Chemnitzer FC e.V., freut sich über die finanzielle Unterstützung: "Respekt, Wertschätzung, Teamgeist und gegenseitige Hilfe machen den Sport aus. Ich möchte mich an dieser Stelle im Namen des Chemnitzer FC bei allen 36 Bundesligaklubs und dem DFL-Präsidium für dieses Signal bedanken."

Ebenso aus den Reihen der himmelblauen Sponsoren gibt es mehrere positive Signale zu verzeichnen: Die Wernesgrüner Brauerei erfüllt trotz der gegenwärtig schwierigen Situation alle vereinbarten Sponsoringleistungen bis zum Saisonende. Die Gottwald & Pönisch GmbH geht sogar einen Schritt weiter und überweist vorzeitig den Sponsoring-Betrag für die Saison 2020/21. "Der neue gelebte Zusammenhalt im Verein und die tolle sportliche Entwicklung der Mannschaft stimmen uns sehr positiv", begründet Olaf Pönisch, Geschäftsführer des Chemnitzer Unternehmen für Sanitär-, Gas- und Wasserinstallation, die Entscheidung. Er und seine Ehefrau Jana sind des Weiteren Gesellschafter der CFC Fußball GmbH.

Blick zum FSV Zwickau

Nach dem gelungenem Fanshop-Aufruf "Ihr macht uns alle!" war es um den FSV Zwickau in letzter Zeit recht ruhig geworden. Doch nun wartet der Drittligist mit einer zweiten, kreativen Aktion auf und hat - in Zusammenarbeit mit den Fanclubs aus der Fankurve E5 - am Freitagabend eine virtuelle Sonderzugfahrt ins Leben gerufen, auf welcher die traditionsreiche Geschichte des Vereins zu sehen ist. Innerhalb von 24 Stunden wurden bereits mehr als 20.000 Tickets verkauft - mit an Bord sind unter anderem schon FSV-Trainer Joe Enochs sowie mit Johannes Brinkies und Davy Frick zwei seiner Schützlinge. Von der SG Dynamo Dresden reisen Coach Heiko Scholz und Abwehrspieler Niklas Kreuzer mit, vom Halleschen FC nimmt der Ex-Zwickauer Sebastian Mai an der Fahrt teil.

 

Fangeschenk & Kulturunterstützung

Die Fahrt im Sonderzug durch die Republik und Europa kostet 1,75 Euro, von denen - wie zu DDR-Zeiten die sogenannte "Kulturabgabe" - jeweils 10 Cent an Zwickauer Kultureinrichtungen gespendet werden. Ebenso für die Fans haben die Verantwortlichen des FSV Zwickau einen Anreiz geschaffen. Wer 20 Tickets erwirbt, erhält zusätzlich ein Motto-Shirt. Bei 30 gekauften Tickets kommt weiterhin eine namentliche Erwähnung auf dem Sondertrikot hinzu, mit dem der FSV in einem Ligaheimspiel in der kommenden Saison auflaufen wird. Der Kartenpreis wurde bewusst ausgewählt und soll an den dritten FDGB-Pokalsieg erinnern. 1975 schlug die BSG Sachsenring im Berliner "Stadion der Weltjugend" vor 55.000 Zuschauern Dynamo Dresden mit 6:5 im Elfmeterschießen.

"Berlin, Berlin - Wir fahren nach Berlin!"

Die Sonderzugfahrt, welche unter dem Motto "Egal wo du auch spielst - mit dem Zug durch unsere Geschichte" steht, startete am Sonntagvormittag mit mehr als 36.000 Teilnehmern. Erster Haltepunkt: Berlin. Anschließend geht es jeden Tag an einen anderen Ort, welcher für die Historie des Zwickauer Fußballs von Bedeutung ist: "Von Tiefenort bis Glasgow und vom Stadion der Weltjugend bis nach Elversberg. An jeglichen Haltestellen verbergen sich spannende Geschichten sowie historische Ereignisse und Zeitzeugen-Interviews", erklärt Daniel Sacher, Pressesprecher des FSV Zwickau, und verweist im gleichen Atemzug auf die Vereins-Homepage, auf der sämtliche Hintergrundinformationen zu den einzelnen Haltestellen eingesehen werden können. Am 16. Mai endet die Fahrt in Mannheim, wo das ursprünglich letzte Saisonspiel der Rot-Weißen stattgefunden hätte.

Ziel: Neuer Zuschauerrekord!

Mit der virtuellen Sonderzugfahrt wird ein weiteres Ziel verfolgt. Der Verein möchte - wie es jüngst der 1. FC Lokomotive mit seiner Aktion "Leute, macht die Bude voll!" vorgemacht hat - einen alten Zuschauerrekord knacken. So waren 1956 beim Spiel der BSG Sachsenring gegen Santiago de Chile 50.000 Zuschauer im "Westsachsenstadion" zugegen. Und Stand jetzt sind die "Schwäne" auf einem guten Weg.