Chancengleichheit durch weniger Fahrtkosten?

Aktion DGB-Jugend fordert Bildungsticket für Schüler und Auszubildende

chancengleichheit-durch-weniger-fahrtkosten
Foto: huettenhoelscher/iStock Editorial

Mit einer groß angelegten Kreativaktion im öffentlichen Personennahverkehr in Chemnitz, Leipzig und Görlitz untermauerte die DGB-Jugend Sachsen am Dienstag ihre Forderungen zum geplanten sächsischen Bildungsticket. Hintergrund der Aktionen war ein im Koalitionsvertrag von CDU und SPD von 2014 verankertes Vorhaben, das bis heute nicht realisiert wurde: Ein einheitliches, sachsenweit gültiges und kostengünstiges Bildungsticket, das Schülerinnen, Schülern und Auszubildenden über den Schulweg hinaus die Nutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) über das gesamte Jahr ermöglicht.

Werden Lehrstellen dadurch attraktiver?

"Die sächsische Gewerkschaftsjugend fordert ein Bildungsticket für Schüler, Schülerinnen und Auszubildende, das maximal 10 Euro im Monat kostet sowie rund um die Uhr in Sachsen und für alle Ausbildungsformen gilt", so Anne Neuendorf, stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen. "Das sächsische Bildungsticket, das selbstverständlich auch für Azubis gelten soll, wird die monatlichen Mobilitätskosten deutlich senken. Bereits jetzt könnte man mit dieser Maßnahme freie Lehrstellen deutlich attraktiver machen und zur Fachkräftegewinnung und -bindung in Sachsen beitragen." Zudem erhöhe das einheitliche Ticket die Chancengleichheit in Bildung und Ausbildung sowie gesellschaftlicher Teilhabe an Kultur, politischer Bildung und im Ehrenamt.

Der Ausbildungsreport des DGB Sachsen habe ergeben, dass die Hälfte der Auszubildenden von der eigenen Ausbildungsvergütung nicht selbstständig leben kann. Bei den Ausgaben, die unmittelbar mit der Ausbildung in Zusammenhang stehen, nehmen die Fahrtkosten mit 73 Prozent den größten Anteil ein.