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Corona: Lässt der Druck sich testen zu lassen nach?

corona Ein Selbsttest kostet heute so viel wie zwei Brötchen

Niedrige Inzidenzen und steigende Impfquoten führen derzeit scheinbar dazu, dass der Druck, sich auf Corona testen zu lassen abgenommen hat. Das Angebot an kostenlosen Testmöglichkeiten geht derzeit zurück. Dafür werden aber auch die Tests im Handel billiger.

Aldi war der erste Discounter, der erstmals Corona-Schnelltests für zu Hause anbot. Eine Packung mit fünf Tests kostete knapp 25 Euro, am Vormittag war das Kontingent bundesweit ausverkauft. Der Run auf die Selbsttests war riesig, doch das Angebot blieb zunächst knapp und teuer.

Run auf Selbsttests war schnell beendet

Ein Selbsttest kostet heute so viel wie zwei Brötchen. Während nach und nach Supermärkte, Drogerien und Apotheken in das Geschäft einstiegen, machten gleichzeitig überall neue Zentren auf, in denen sich Bürger kostenlos auf Corona testen lassen konnten. Und die sogenannten Bürgertests hatten noch einen Vorteil. Anders als Selbsttests werden sie in Geschäften, Restaurants und Freizeiteinrichtungen akzeptiert. Die Folge. Der Run auf die Selbsttests endete so schnell, wie er begonnen hatte.

Heute gibt es sie zum Stückpreis von 0,75 Euro. Kampfpreis deutet auf ein Überangebot hin. Genaue Zahlen wollen die Händler nicht nennen. "Mit Ausweitung der Testkapazitäten in den Testzentren und steigender Impfquote hat sich die Nachfrage erwartungsgemäß reduziert. Auch könnte der Bedarf weiter zurückgehen, je mehr Menschen gegen das Virus geschützt sind. Aktuell sind laut Robert Koch-Institut knapp die Hälfte der Deutschen vollständig geimpft.

Geringe Nachfrage und erhöhte Impfquote

Den Selbsttest für zu Hause kann man in den Apotheken zwar noch kaufen, allerdings bieten viele Apotheken den kostenlosen Bürgertest vor Ort inzwischen nicht mehr an.

Das liege zum einen an der geringeren Nachfrage. "Es lohnt sich nicht, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten, wenn am Tag nur noch fünf Leute vorbeikommen", erklärt die stellvertretende Pressesprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände.

Geringe Vergütung bis zum Rande der Existenz?

Zum anderen spielt aber auch die Vergütung eine Rolle. Diese wurde zum ersten Juli gesenkt. Die geringere Vergütung sei nun für viele Apotheken und deren Personal nicht mehr attraktiv. Durch die Absenkung der Vergütung lohnen sich auch Testzentren für private Betreiber immer weniger. Allein in Hamburg haben mehr als 100 Schnelltestzentren dichtgemacht. Dieser Trend lässt sich bundesweit beobachten. Die übrigen schränken die Öffnungszeiten ein. "Den Betreibern werde die Luft abgeschnürt", klagte der Geschäftsführer von CoviMedical, einem der größten privaten Anbieter bundesweit.

Die Zeiten, in denen ein Corona-Test fünf Euro kostete, scheinen endgültig vorbei. Aus dem Millionengeschäft ist ein Kampf um die Existenz geworden. Doch Betreiber wie Neumeier bangen nicht nur um die eigene Zukunft. Sie fürchten auch, dass Testkapazitäten fehlen könnten, wenn sich nach den Sommerferien die Delta-Variante weiter ausbreitet - und die Inzidenzen wieder stark steigen.