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Corona-Pandemie: Was droht uns im Winter?

Ausblick Gesundheitsminister spricht von "Pandemie der Ungeimpften"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rief am heutigen Dienstag per Twitter erneut zum Impfen auf. "Bei Inzidenz und auf Intensivstationen sehen wir: Wir erleben eine anwachsende Pandemie der Ungeimpften. Alle, die können, sollten sich ihren Schutz holen!", rät der Minister. In Deutschland sind laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher 61,4 Prozent der Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Rund 65,9 Prozent (54,8 Millionen Menschen) haben inzwischen mindestens eine Impfung bekommen. Aber: Am Montag wurden bundesweit lediglich 118 545 verabreichte Impfdosen gemeldet. Zum Vergleich: Anfang des Sommers waren es täglich weit mehr als 500.000 Impfdosen. Sachsen bildet übrigens mit 55,6 Prozent Erstgeimpfter und 52,4 Prozent vollständig geimpfter Einwohner jeweils das Schlusslicht im bundesweiten Vergleich. Dabei können sich die Sachsen mittlerweile unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.

Das erwartet uns in den kommenden Monaten

Laut Robert-Koch-Institut befindet sich Deutschland mit steigenden Impfquoten und dem Aufbau einer schützenden Grundimmunität in der Bevölkerung in der Übergangsphase vom pandemischen in ein endemisches Geschehen. Wann dieser Übergang abgeschlossen sein wird, hänge von vielen Faktoren ab und könne aktuell nicht mit Bestimmtheit vorausgesagt werden. Die Vorstellung des Erreichens einer "Herdenimmunität" im Sinne einer Auslöschung des Virus sei jedoch nicht realistisch. Vielmehr zeigt sich im Winter laut den Modellannahmen des Instituts folgendes Bild: ein langsamer Anstieg aller Indikatoren (ITS-Belegung, 7-Tages-Inzidenz, Hospitalisierungen) bis in den Oktober, gefolgt von einer Beschleunigung des Anstiegs. Der Höhepunkt werde voraussichtlich im Januar oder Februar 2022 erreicht, gefolgt von einem Absinken. Wie hoch der Peak sein wird, hänge von der Impfquote ab. In den Szenarien treten unter den Erwachsenen im Alter von 18 bis 59 und Kindern unter 12 Jahren die meisten Infektionen auf. Der Großteil der ITS-Belegung sei zu ähnlichen Teilen unter Erwachsenen von 18 bis 59 und bei den über 60-Jährigen zu erwarten. Die genaue Entwicklung sei aber abhängig von der weiteren Impfverteilung und dem Kontaktverhalten der Bürger.

Empfehlung: AHA-L-Regeln bis ins Frühjahr

Das RKI empfiehlt deshalb grundsätzlich, dass die Basismaßnahmen wie Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und das regelmäßige Lüften der Innenräume (AHA-L-Regeln) bis zum nächsten Frühjahr eingehalten werden sollten. "Das Ziel der infektionspräventiven Maßnahmen ist weiterhin die Minimierung schwerer Erkrankungen durch SARS-CoV-2 unter Berücksichtigung der Gesamtsituation der Öffentlichen Gesundheit", teilt das Institut mit. Zudem rät das RKI, zu sogenannten "Booster-Impfungen" (dritte Impfung), insbesondere für Ältere und Risikogruppen. Diese sollten jetzt gezielt geplant und vorbereitet werden.