Das Schicksal hatte eben entschieden

Philosophien Wie mächtig sind wir?

Yannicks Philosophien

Es war wohl Schicksal, den Job nicht bekommen zu haben. Die miese Bewerbung kann es wohl kaum gewesen sein, denn wenn es hätte sein sollen, wäre es trotzdem so gekommen. Das erinnert mich an den einen Freund, den ich mal hatte, der jetzt wieder Single und geschieden ist, aber natürlich keine Schuld trägt oder zu wenig für die Ehe getan hat, nein, manche Dinge ergeben sich einfach von selbst, das Universum hat nicht nur ein Mitspracherecht, sondern eher das Zepter in der Hand, man ist da einfach machtlos.

Diese Logik ist wie mit zerknülltem Papier in der Hand im Liegestuhl sitzen, während der Mülleimer 20 Meter hinter der Ecke der zu gezogenen Jalousien steht und man sagt: "Treff' ich den, steh ich auf und leiste heute mal was!". Doch kaum ist diese heuchlerische Scharade über die Lippe gegangen, prallt das zerknüllte Papier mit knapp zehn Meter Entfernung vorbei am Ziel und trifft noch obendrein den armen Schlucker von Bruder, der sowieso schon mit sich zu kämpfen hatte. Nun bekommt er noch das Papierknäuel an den Kopf, dieser bemitleidenswerte Geselle, während der Herr im Liegestuhl sitzt und dort verweilt, das Leben und dessen unergründlichen Ausgänge weiter genießt. Das Schicksal hatte eben entschieden.

Diese Logik erschließt sich dann meist nur dem Nutznießer der schicksalhaften Entscheidungen, während der Verlierer flucht und sich fragt, warum er eigentlich mit so einem unglaublichen Faulpelz als Bruder gestraft werden musste. Natürlich ist man manchmal wirklich machtlos, aber trotzdem: Gibt man dem Kind einen Namen, so steht dem Schicksal der Pool der Zufälle gegenüber. Beides Konzepte mit Schwächen und Lücken, aber so tendieren doch viele dazu, die Verantwortung lieber an das Schicksal abzutreten, als sich selbst zu viel Macht über die Zukunft zu verleihen. Das würde nämlich Anstrengung bedeuten und auch, sich am Ende bei schlechten Taten und Entscheidungen einzugestehen, vielleicht doch nicht genug für das eigene Glück getan zu haben.