Demo-Wochenende in Leipzig verlief störungsfrei

Demonstrant "Über was wollt ihr jetzt berichten? Doch nicht etwa über Inhalte unserer Demonstration?"

Leipzig. 

Leipzig. Seit Tagen liefen die Vorbereitungen für dieses Wochenende in Leipzig auf Hochtouren. Es wurde extra eine Pressekonferenz einberufen, da man in Leipzig ein Krawallwochenende erwartete. Polizisten der Polizeidirektion Leipzig, der Bereitschaftspolizei Sachsen sowie Unterstützungskräfte aus den Bundesländern Baden Württemberg, Hessen, Bremen, Thüringen, Sachsen-Anhalt sowie der Bundespolizei waren im Einsatzraum Leipzig im Einsatz, so Pressesprecherin Mandy Heimann gegenüber unserem Reporter.

 

Die Nacht von Freitag auf Samstag

Die Nacht von Freitag auf Samstag verlief ruhig in Leipzig. Im Umfeld vom Hauptbahnhof wurden im Stadtpark Kontrollen durchgeführt, während im Stadtteil Connewitz zwei Mülltonnen brannten. Eine ruhige Nacht.

 

Samstag

Samstag nahm man dann verstärkt Polizei war, besonders in den Nebenstraßen des geplanten Demonstrationszuges. Wasserwerfer und 3 Hubschrauber standen bereit. 16 Uhr sollte die Demonstration mit dem Motto: "Storm the fortress - break all borders!" in der Eisenbahnstraße starten. Doch es gab Verzögerungen. Ein Team von MDR Sachsen begleitete den Anmelder der Demo, steckte ihm noch vor dem Kooperationsgespräch ein Mikrofon an. "Kooperationsgespräche sind aber nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und wenn man bei nicht öffentlich gesprochenem Wort aufgezeichnet wird, ohne vorher darüber informiert worden zu sein, stellt das eine Straftat dar", erklärt Mandy Heimann dem Reporter von MDR Sachsen. Die Stimmung drohte zu kippen, sah der Demoanmelder selbst hier eine Beschränkung der Pressefreiheit. Für Aufheiterung und den größten Applaus sorgte da noch die anfängliche Ankündigung des Anmelders: "Beim Lautsprecherwagen der Demo lägen auch Menstruations- und Hygieneprodukte bereit." Mit fast einer Stunde Verspätung setzte sich der Demonstrationszug dann Richtung Augustusplatz in Bewegung. Mit Sprechchören wie "Bullenschweine raus aus dem Viertel", "All Cops are Bastards", "Eure Kinder kaufen bei uns Grad" , "Staat, Nation, Kapital - Scheiße" trafen laut Versammlungsbehörde dann ca. 630 Demonstranten zur Zwischenkundgebung am Augustusplatz ein. Nach kurzen Redebeiträgen ging es zur Abschlusskundgebung auf den Richard-Wagner Platz. Jetzt wurden die Rufe an die Polizei gerichtet: "Wir haben Spaß und ihr Bereitschaft" und "Ihr könnt nach Hause fahren". Die Demo wie auch der weitere Samstag verliefen friedlich und störungsfrei. Bei Twitter schrieben einige User: "Was ihr nun?". An die zahlreich angereisten Medienvertreter, die nun eben nicht wie befürchtet über Krawalle berichten würde, schrieb man: "Über was wollt ihr jetzt berichten? Doch nicht etwa über Inhalte unserer Demonstration?".

 

Bei der Polizei zieht man ein positives Fazit über das Wochenende. Alles verlief ohne Störungen und das Konzept sei aufgegangen.