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Westsachsen

Der Aufschwung von Podcasts durch die Corona-Pandemie

Podcasts Aktueller Höhenflug von Podcasts

Während klassische Medien in der Corona-Pandemie für die Nutzer an Bedeutung verlieren, erleben Podcasts einen wahren Boom. Audio-on-Demand-Angebote sind heute so beliebt wie nie zuvor. Was genau macht dieses Medium so beliebt? Der Audiostreaming-Anbieter Spotify zählte bereits nach dem ersten Lockdown, im Juli 2020, über 40.000 Podcasts, allein im deutschsprachigen Raum. Das sind ungefähr 20 Mal so viele wie noch zwei Jahre zuvor, und die Tendenz ist steigend.

Ein Grund für den Aufschwung von Podcasts sind niedrige Eintrittsbarrieren für Publisher. Denn man braucht lediglich eine gute Idee, ein Mikrophon und einen Account bei einem Hosting-Anbieter. Somit werden Hörende selbst zu Produzierenden.

Boom durch Covid-19?

Durch die Pandemie wurde der Aufstieg von Podcasts weiter angekurbelt. Einer der meist-gehörten Podcasts ist "Coronavirus Update" des NDR, der seit Monaten einer der erfolgreichsten Info-Podcasts in den Apple- und SPotify-Charts ist. Eine Auswertung von Download-Zahlen auf verschiedenen Servern hat gezeigt, dass insbesondere der erste Lockdown für einen enormen Push sorgte. Im März und April 2020 schnellten die Abrufzahlen für Nachrichten- und Wissenschaftspodcasts in die Höhe. Laut dem Online Audio Monitor nutzten 2020 bereits 17,3 Millionen Nutzer Podcasts und Radiosendungen auf Abruf (On Demand), während es 2018 nur 9,4 Millionen waren.

Rückenwind für die "Big-Player" des Web

Zu den sogenannten Big Playern im Web gehört allem voran Amazon. Sie überraschten im Dezember mit dem Kauf des Podcast-Produzenten Wondry, für den ca. 300 Millionen Dollar gezahlt worden sind. Es wird viel Geld investiert, um möglichst viele Nutzer für sich zu gewinnen. Nun will der Bezos-Konzern mit Amazon Music zu den führenden Plattformen Apple, Spotify und Youtube aufschließen. So sollen auch verstärkt (exklusive) Podcasts produziert werden. Vermutlich wird Amazon auch bald in die Podcast- Werbevermarktung einsteigen. Spotify hat sich währenddessen als Plattform für Podcasts von Drittanbietern etabliert. Um dabei weiter zu wachsen, kauft der führende Audiostreaming-Anbieter immer neue Podcast-Firmen hinzu. Im Wettbewerb mit den stark expandierenden Größen des Internets werden es kleinere heimische Anbieter, wie FYEO und Audio Now, zunehmend schwerer, sich zu etablieren. In den Charts tauchen diese Anbieter schlichtweg nicht auf, lediglich die ARD-Mediathek kann da noch mithalten.

Der Podcast-Werbemarkt wächst

Mittlerweile fließt eine Menge Werbegeld in den neuen Markt. Das weltweite Werbeinventar des Mediums ist laut dem Podcasts Trends Report von Adswizz, von Januar bis September 2020, um 51 Prozent gestiegen. Dabei erhielten die Ad Impressions sogar einen Zuwachs von 81 Prozent. Unit Seven-One Audio zieht folgende Bilanz: "Viele Kunden haben Wege gesucht, ihre Botschaften sehr kurzfristig und ohne große Werbemittelerstellung zu pkatzieren. Da bieten sich Podcasts hervorragend an". Der Werbeumsatz wird auf mindestens 30 Millionen Euro im Jahr 2020 beziffert. Allerdings ist dieses Niveau noch nicht ausreichend, um der Masse an Publishern eine angemessene Monetarisierung zu bieten. Doch es wird davon ausgegangen, dass sich im kommenden Jahr vieles weiterentwickeln und vor allem deutlich dynamischer werden wird.

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